Aargau

Spitäler sind überlastet, dazu kommt eine Kündigungswelle des Pflegepersonals

1. Dezember 2021, 19:00 Uhr
Die Kantonsspitäler kommen wegen der steigenden Hospitalisierungsrate an den Anschlag. Das Kantonsspital Aarau (KSA) bezeichnet die Situation als «so angespannt wie noch nie». Aus diesem Grund müssen Operationen verschoben werden. Auch in den anderen Spitälern sieht es ähnlich aus.
Ein Corona-Patient wird auf der Intensivstation behandelt.
© KEYSTONE/DPA/Boris Roessler

Die Coronafallzahlen steigen und damit auch die Hospitalisierungsrate. Das KSA muss jetzt wieder geplante Eingriffe verschieben, wie der Mediensprecher auf Anfrage von ArgoviaToday erklärt. «Die aktuelle Lage zeigt sich als so angespannt wie noch nie», sagt Boris Rauscher, Medienverantwortlicher im Aarauer Kantonsspital. «Aus diesem Grund kann das aktuelle Operationsprogramm nicht mehr aufrechterhalten werden und wir müssen beginnen, Eingriffe zu verschieben. Die Patientinnen und Patienten werden von uns persönlich informiert.»

Ähnlich klingt es beim Kantonsspital Baden (KSB), wie die «Aargauer Zeitung» berichtet. Auch hier liessen sich Verschiebungen von Eingriffen nicht verhindern. Das Patientenaufkommen sei seit Monaten sehr hoch. Die Hirslanden Klinik in Aarau erklärt gegenüber der «Aargauer Zeitung», dass sich die Lage auch bei ihnen zuspitzt und sie das Operationsprogramm laufend anpassen.

Pflegepersonal kündigt vermehrt

Unter der steigenden Hospitalisierungsrate leidet im Kantonsspital Aarau vor allem das Personal. Rauscher erklärt: «Das Personal leistet aktuell Unglaubliches, die Situation ist äusserst schwierig. Es betreut die Patientinnen und Patienten bestmöglich, kommt jedoch zunehmend an ihre physischen und psychischen Grenzen.»

Die Schweiz steht am Anfang der fünften Corona-Welle und aktuell zeichnet sich kein Ende ab. «Die Folge ist, dass immer mehr medizinische Fachkräfte kündigen. In den vergangenen Wochen haben im KSA rund 20 Pflegefachkräfte ihre Tätigkeit aufgegeben und wechselten oftmals nicht den Betrieb, sondern gar den Job. Die Gründe hierfür sind vielfältig, liegen aber hauptsächlich in Erschöpfung und Überlastung», so Rauscher.

Das KSA hat bereits im Spätsommer Massnahmen ergriffen, um die Pflegekräfte zu entlasten. Doch das reicht nicht. «Wir sind daran, weitere Massnahmen zu deren Entlastung und Unterstützung zu realisieren.» Ob das die Abwanderung vom Beruf verhindern wird?

(gch/umt)

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 1. Dezember 2021 19:00
aktualisiert: 1. Dezember 2021 19:00
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