Ukraine-Krieg

Ständerat Thierry Burkart will engere Anlehnung an die Nato

8. April 2022, 06:57 Uhr
FDP-Präsident Thierry Burkart will das Armeebudget erhöhen und künftig enger mit dem Militärbündnis Nato kooperieren. Für den Aargauer Ständerat ist klar: Wir müssen uns im Verbund verteidigen.
Man sollte die amerikanischen Kampfjet-Modelle jetzt nicht aus der Diskussion ausschliessen, sagt Thierry Burkart.
© Keystone

Es sei unwahrscheinlich, dass die Schweiz allein von einem Staat bedroht oder angegriffen werde, so Thierry Burkart im Interview mit dem «Tagesanzeiger». Der FDP-Präsident fordert angesichts des Ukraine-Krieges eine Neuausrichtung der Sicherheitspolitik und eine engere Anlehnung der Schweiz an die Nato. Für Burkart ist klar, dass sich die Schweiz nicht allein verteidigen könne.

Kein Nato-Beitritt

«Wenn wir angegriffen würden, dann dürften weitere Teile Westeuropas betroffen sein. Und in einem solchen Fall müssten wir uns sinnvollerweise im Verbund mit anderen Staaten verteidigen», so Burkart gegenüber der Zeitung. Einen eigentlichen Nato-Beitritt will Burkart indes nicht. Er verwies auf Länder wie Finnland und Schweden, welche im Rahmen von Nato-Partnerschaftsprogrammen an gewissen militärischen Manövern teilnehmen.

Neutralität beibehalten

Ein Ende der Neutralität würde ein solcher Schritt nicht bedeuten, so Burkat im Interview. Die bewaffnete Neutralität, das eigentliche Neutralitätsrecht, werde definiert durch das Haager Abkommen. «Als neutrales Land dürfen wir uns nicht an anderen Kriegen beteiligen», so der Aargauer Ständerat und FDP-Präsident. «All das bleibt unangetastet. Die Neutralitätspolitik wandelt sich hingegen seit je. Der Ukraine-Krieg zwingt uns, diese Politik unter Berücksichtigung der tatsächlichen Gegebenheiten neu und klarer zu definieren».

(web)

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 8. April 2022 07:10
aktualisiert: 8. April 2022 07:10
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