Nach Trümmerfund

Stürzte das Flugzeug in Grenchen wegen abgerissenem Höhenleitwerk ab?

20.02.2024, 14:53 Uhr
· Online seit 19.02.2024, 17:39 Uhr
Das abgebrochene Teil eines Höhenleitwerks stürzte während des Unfalls in der Nähe des Flughafens Grenchen zu Boden. Nun kommen neue Vermutungen auf.
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In der Nähe des Grenchner Flugplatzes ist am Sonntagnachmittag ein Kleinflugzeug des Fallschirmspringervereins Skydive abgestürzt. Das Flugzeug startete mit elf Fallschirmspringern und einem Piloten. Vor dem Absturz verliessen die elf Fallschirmspringer das Flugzeug, der Pilot verstarb noch auf der Unfallstelle. Er war Mitte 50 und stammte aus dem Kanton Zürich, wie Recherchen von Tele M1 zeigen. Er sei selbst Sprunglehrer gewesen und habe mehrere tausend Sprünge Erfahrung gehabt. Wie es zum Unfall kam, wird durch die Behörden und der Sust (Schweizerische Untersuchungsstelle) ermittelt, wie die Solothurner Zeitung berichtet. Der Untersuchungsbericht liegt aber wohl erst in ein paar Wochen oder sogar Monaten vor.

Dafür gibt es aber Augenzeugen, die den Absturz des Kleinflugzeuges beobachtet haben. Das Flugzeug habe eine Rückenvrille hingelegt (eine Spirale in Rückenlage) und sei daraufhin abgestürzt, wie Rolf Bläsi berichtet. Er ist Verwaltungsratspräsident der Regionalflugplatz Jura-Grenchen AG.

Führte abgerissenes Teil zum Absturz?

Bläsi habe gesehen, dass das Höhenleitwerke fehlt. Den Piloten im Cockpit kannte er gut. «Ich habe einfach gehofft, noch einen Fallschirm zu sehen und dass er noch rauskommt», sagt Bläsi gegenüber der Zeitung. Dann aber verschwand das Flugzeug aus seinem Sichtfeld, wenig später regnete es Trümmerteile vom Himmel.

Spaziergänger entdeckten nur wenig später ein Trümmerteil des Kleinflugzeugs. Dieses wurde von den Untersuchungsbehörden zur Beweisaufnahme gesichert. Anhand eines Fotos wurde das Trümmerteil von einem Fachmann als Teil des Höhenleitwerks identifiziert. Mittlerweile wird vermutet, dass das Teil des Höhenleitwerks abgerissen wurde und das Flugzeug deswegen abstürzte. Wodurch das Teil abgerissen wurde und wie es in die Nähe des Flugplatzes gelangte, ist Teil der Untersuchungen.

In Grenchen herrscht grosse Betroffenheit

François Scheidegger, Stadtpräsident von Grenchen, habe früh vom Absturz erfahren. Sein Sohn sei in der Feuerwehr, kurz nach 14 Uhr ging der Alarm los. «Dadurch erfuhr ich schnell, worum es geht und habe mit dem Feuerwehrkommandanten Kontakt aufgenommen», sagt Scheidegger gegenüber Tele M1. «Innerhalb eines halben Jahres ist es bereits der zweite tödliche Flugzeugunfall in Grenchen – das macht sehr betroffen», so Scheidegger weiter.

Ein Augenzeuge habe Scheidegger berichtet, dass in dessen unmittelbarer Nähe das Höhenleitwerk hinuntergestürzt sei und er beinahe getroffen worden sei. «Das ist relativ speziell und heisst für mich, dass irgendetwas in grosser Höhe passiert sein muss», schildert Scheidegger. Der Stadtpräsident betont, dass er nicht mehr dazu sagen könne und nicht mutmassen wolle.

Nach Funkspruch «Mayday» kam keine Antwort mehr

Wie der Funkspruch aus dem Cockpit zeigt, setzte der Pilot den Funkspruch «Mayday, mayday, mayday» ab. Danach kam keine Antwort mehr. Eine andere Pilotin beobachtete den Absturz und funkte dann auf einer anderen Frequenz. Sie sagte, sie habe das Flugzeug abstürzen sehen.

(SZ/Tele M1/ckp)

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veröffentlicht: 19. Februar 2024 17:39
aktualisiert: 20. Februar 2024 14:53
Quelle: 32Today

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