Autobahn

Tote Tiere am Strassenrand – so werden sie beseitigt

11. Mai 2022, 16:58 Uhr
Makaber, für alle Autofahrerinnen und Autofahrer aber dennoch Alltag: Überfahrene Tiere auf der Autobahn. Besonders im stark befahrenen Argovialand. Wie lange die Entsorgung der toten Tiere dauert und welche Gefahren sich dahinter verstecken, erfährst du hier.
Im ersten Quartal diesen Jahres sind schon 106 Wildtiere und neun Haustiere auf den Autobahnen überfahren worden.
© Getty Images

Seit einigen Tagen liegt auf der Autobahn A1 zwischen Baden und Lenzburg ein toter Igel neben der Leitplanke auf der linken Spur. Das sei kein Einzelfall, sagt Thomas Leuzinger, Leiter Betrieb der NSNW, welche für den Unterhalt der Autobahnen in der Nordwest-Schweiz verantwortlich ist: «In der Regel bekommen wir von der Polizei über unsere Betriebsleitzentrale die Meldung, dass ein Tierkadaver gefunden wurde. Die Polizei legt diesen auf die Seite und wir sammeln ihn ein.»

Darum liegen die Kadaver tagelang herum

Weil es immer eine Weile dauert, bis die Polizei Wind von einem toten Tier bekommt, dauert es auch, bis dieses von der NSNW beseitigt werden kann. Das Gebiet rund um die Autobahnen in der Nordwestschweiz hat eine Fläche von über 500 Hektaren Grünfläche, was rund 700 Fussballfeldern entspricht. Deshalb ist Thomas Leuzinger froh, wenn sich die Autofahrerinnen und Autofahrer bei der Polizei oder direkt bei der NSNW melden, wenn sie ein totes Tier am Strassenrand sehen.

Die NSNW führt auch Statistik über die Tierkadaver auf den Autbahnen. Im ersten Quartal diesen Jahres sind schon 106 Wildtiere und neun Haustiere auf den Autobahnen überfahren worden. «Da schwingt der Fuchs oben hinaus mit 57 Tieren, welche überfahren wurden», so Leuzinger. «Speziell ist, dass es in der letzten Zeit auch immer wieder Hunde erwischt.»

Gefährliche Beseitigung

Egal ob Haustier oder nicht, für die NSNW ist das Einsammeln der Tierkadaver kein einfacher Job, sagt Thomas Leuzinger: «Es ist immer wieder speziell, wenn man es mit einem toten Lebewesen zu tun hat.» Und natürlich ist die Bergung auch ein risikoreiches Unterfangen: «Wenn der Kadaver in der Mitte der Strasse liegt, muss man auf der Seite anhalten, das Drehlicht anschalten, der Mitarbeiter muss einen geeigneten Zeitpunkt abwarten, bis er die Möglichkeit hat auf die Fahrbahn zu gelangen, um den Igel zu bergen.»

Die Wildtiere landen direkt im Krematorium und die Haustiere muss die NSNW 35 Tage lang aufbewahren, damit sich die Besitzer melden können.

(red.)

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 11. Mai 2022 17:42
aktualisiert: 11. Mai 2022 17:42
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