Bankomat-Sprengungen

Vorfälle im Argovialand häufen sich

Lorenz Barazetti, 29. März 2022, 14:39 Uhr
In Solothurn wurde am Mittwoch ein Bankomat gesprengt. Das ist kein Einzelfall. Denn das Sprengen eines Bankomaten ist laut Experten immer noch zu attraktiv. Die Aargauer Kantonalbank widerspricht.
Grosser Sachschaden, geringe Beute: Trotzdem werden im Argovialand immer wieder Bankomaten gesprengt.
© Kapo AG

In den letzten Monaten wurden im Argovialand immer wieder Bankomaten gesprengt. Ob in Rothrist, Mellingen, in Nussbaumen oder wie am Mittwoch im nahen Solothurn (wir haben berichtet), die Täter hinterlassen immer wieder grosse Verwüstung. «Alle Banken verbessern zwar ihre Technologie, zum Beispiel mit explosionsgeschützten Tresoren», sagte Peter Villiger, Inhaber einer Firma für Sicherheitssysteme, zu «TeleZüri» nach der verheerenden Bankomat-Sprengung Anfang Mai in Nussbaumen. Die Täterschaft erbeutete gemäss der Aargauer Kantonspolizei weniger als 10'000 Franken, der Sachschaden war mit 200'000 Franken aber immens.

Die Sicherheitsvorkehrungen würden das Sprengen von Bankomaten nicht unattraktiv genug machen, so Villiger weiter. «Das heisst nicht, dass es der Täter nicht probiert. Wird das Geld bei allem, was er versucht, unbrauchbar gemacht, dann hört er damit auf.» Zum Beispiel könnten Farbpatronen helfen, welche bei starker Erschütterung in den Geldkassetten explodieren und das Geld so unbrauchbar machen.

Sicherheitskonzept funktioniert

Ivo Altstätter, Leiter Infrastruktur & Sicherheit bei der Aargauischen Kantonalbank AKB, widerspricht im Interview mit «Tele M1» nach der Sprengung in Nussbaumen: «Wir haben ein bestehendes Sicherheitskonzept für den gesamten Bewirtschaftungsprozess.» Darin sei diese einzelne Massnahme nicht zielführend. Dass man die Geldautomaten für die Täter zu wenig unattraktiv mache, lässt Altstätter nicht gelten: «Wir bauen möglichst hohe Barrieren ein, damit solche Sprengungen nicht mehr vorkommen. Unser Konzept hat auch funktioniert, es ist praktisch kein Geld erbeutet worden. Der grosse Sachschaden ist aber der brachialen Gewalt der Täter geschuldet.» Dass sich der Täter verschätzt hat, sah auch Sicherheitsunternehmer Villiger so: «Da ist ein Dilettant am Werk gewesen. Er hat viel zu viel Sprengstoff gebraucht. Es war grosses Glück, dass bei der Sprengung die Bewohner des Hauses nicht verletzt worden sind.»

Aargau attraktiv für Bankomat-Sprengungen

Auch die Bundespolizei bestätigte, dass die Banken nicht generell zu wenig gegen das Phänomen Bankomat-Sprengung machen: «Die Bankomaten sind gut gesichert. Längst nicht jeder Angriff auf Bankomaten ist auch erfolgreich», sagte Florian Näf, Fedpol-Mediensprecher, bei «Tele M1».

Die Häufung der Sprengungen gerade im Einzugsgebiet von ArgoviaToday ist im Übrigen wohl kein Zufall. Die günstige Verkehrslage sowie die Nähe zum angrenzenden Ausland wird auch bei Einbruchdiebstählen immer wieder als Grund angegeben. «Wir wissen, dass die Täterschaften häufig aus Vororten der Umgebung von Lyon kommen», sagte Florian Näf dazu. Einige Gruppen stammten ausserdem aus Osteuropa.

Hier hat es im Argovialand «klöpft»

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 26. Mai 2021 16:49
aktualisiert: 29. März 2022 14:39
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