Ratgeber

Vorsicht in fliessenden Gewässern – hier lauert die Gefahr

Sharina Frey, 27. Juni 2021, 10:36 Uhr
Sobald es warm wird, häufen sich Badeunfälle. Doch gerade jetzt sind die Flüsse wegen des Hochwassers gefährlich. Erfahre hier, wie du diesen Sommer das kühle Nass sicher geniessen kannst.
Kommt es in fliessenden Gewässern zu einer Notsituation, entscheiden Sekunden. (Symbolbild)
© (KEYSTONE/Anthony Anex)
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Meldungen zu tragischen Badeunfällen häufen sich in den warmen Jahreszeiten. Erst vergangene Woche geschah das jüngste Unglück: Ein 33-jähriger Mann verliert nach einem Badeunfall bei Boningen SO sein Leben. Gemäss Zeugen soll dabei auch Alkohol im Spiel gewesen sein (ArgoviaToday berichtete). Um an heissen Sommertagen die Gewässer der Region geniessen zu können, gilt es deshalb, einige Punkte zu beachten. ArgoviaToday hat bei der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft SLRG nachgefragt, wie sicherer Badespass geht. Hier die Tipps im Überblick:

Vorbereitung ist das A und O

Laut Philipp Binaghi von der SLRG gehe die Gefahr nicht vom Gewässer, sondern von den badenden Personen aus. Sicheres Schwimmen und «Bädelen» könne man vor allem gewährleisten, indem man sich selber nicht überschätzt. Man müsse sich an die Herausforderungen im und ums Gewässer adaptieren. Heisst: Man soll sich einen Überblick über die Situation verschaffen und sich realistisch einschätzen. Fliessende Gewässer können unberechenbar sein. Brückenpfeiler, Stromschnellen, Strömungen. Es gebe viel, was man im teils trüben Wasser nicht erkennt. Bevor man ins kühle Nass springt, soll man sich also die Fragen in der Box stellen und ehrlich beantworten:

Alkohol geniesst man nach dem Badespass

Immer wieder kommt es vor, dass Badeunfälle im Zusammenhang mit Alkoholkonsum stehen. Davor warnt Philipp Binaghi eindringlich. «Alkohol gehört nicht zum Aufenthalt im Wasser. Man kann zuerst ‹bädelen› und dann immer noch mit seinen Freunden auf einen gelungenen Tag anstossen», sagt er. Alkohol erweitere die Gefässe, was zu einer schnelleren Auskühlung führen könne. Ausserdem könne man ohnmächtig werden oder die Orientierung verlieren. Es habe schon Fälle gegeben, bei denen angetrunkene Personen dachten, sie würden auftauchen, eigentlich aber weiter nach unten geschwommen seien. Natürlich hätten auch andere bewusstseinserweiternde Substanzen nichts verloren beim Spass im Nass.

Retten mit dem geringsten Risiko

Was tut man aber, wenn man nicht selbst, sondern eine Drittperson in die Bredouille gerät? «Grundsätzlich gilt das Retten mit dem geringsten Risiko. Man soll also nicht kopflos hinterher schwimmen und sich selber in Gefahr bringen. So wird aus einem Opfer schnell ein zweites, man selber», warnt Binaghi.

Das Wichtigste bei einer Rettung sei der Selbstschutz. Komme es zu einer Notsituation, soll man folgende Schritte befolgen:

Luftmatratzen und aufblasbare Wasserartikel wägen in falscher Sicherheit

So spassig sie sein können, Luftmatratzen und andere aufblasbare Wasserartikel können Schwimmer in falsche Sicherheit wiegen. Diese Gegenstände böten gar keine Unterstützung und könnten im schlimmsten Fall sogar ein weiteres Gefahrenpotential bergen. Vor allem Kinder lieben die bunten Plastikreifen und Gummitierchen. Gerade bei ihnen sei besondere Vorsicht geboten: Kinder könnten innert zwanzig Sekunden ertrinken und sollten immer unter Beobachtung und in Griffnähe der Aufsichtsperson bleiben.

Fliessend versus stehend

Auf die Frage, ob ein See sicherer sei als ein fliessendes Gewässer, hält Philipp Binaghi erst inne. Dann bejaht er. «Am See ist es einfacher, weil es keine Strömung gibt. Aber es gibt auch hier viele Faktoren, die Gefahren bergen. Grundsätzlich kann man aber schon sagen, dass man eher im See als in Flüssen baden soll.»

Schönes Wetter ist nicht alles

Gerade mit den Gewittern der vergangenen Tage führen die Gewässer der Region gefährliche Wassermengen. «Aktuell würde ich in Aarau nicht freiwillig in die Aare steigen», sagt der erfahrene Schwimmer Philipp Binaghi. Gerade im Hinblick auf das schöne Wochenende soll man sich an die obengenannten Tipps halten und wie eingangs erwähnt die Hydrodaten vom Bund konsultieren.

Auch Kantonspolizei Aargau warnt

(sfr)

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 27. Juni 2021 10:36
aktualisiert: 27. Juni 2021 10:36