Naherholungsgebiet

Wegen Bikern und Spaziergängern abseits der Wege: Braucht es bald die Polizei im Wald?

2. Mai 2022, 20:54 Uhr
Besonders während der Pandemie entdeckten viele den Wald als Naturerholungsgebiet für sich. Dadurch häufen sich Wildunfälle und Eingriffe in den Lebensraum der Tiere. Der Jagdverband befürchtet, dass die Polizei bald Kontrollen im Wald durchführen muss. Die Polizei hat jedoch zu wenig Ressourcen und sieht das eher als gesellschaftliches Problem.
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Quelle: TeleM1

Wildunfälle sind für Tier und Mensch der Horror. Häufig passieren sie, weil Tiere sich erschrecken und aus ihrem sicheren Lebensraum flüchten. Und das ist das Problem: Denn durch die Coronapandemie haben viele Menschen den Wald als Naherholungsgebiet für sich entdeckt. Ob Jogger, Spaziergänger oder Biker: Die Menschen kommen öfters in den Wald. Und das nicht nur auf den gekennzeichneten Wegen, sondern oft auch abseits.

Das bedeutet für die Tiere vor allem eines: Stress. Denn ihr Lebensraum, in den sich die scheuen Tiere zurückziehen können, wird kleiner. Erich Schmid, Geschäftsführer Jagd Aargau, erklärt gegenüber «Tele M1»: «Wenn das Tier gestresst ist, flüchtet es.» Und dann kann es eben zu Unfällen kommen.

Der Verein sieht deshalb Handlungsbedarf, wie die «Aargauer Zeitung» berichtet. Weil die Waldgebiete viel mehr genutzt werden, bräuchte es in mindestens zwei Jahren die Polizei im Wald. Sie müsste kontrollieren, dass sich der Mensch nicht überall im Wald aufhalte und in die Rückzugsorte der Tiere eindringe.

Die Kantonspolizei hat Verständnis für dieses Anliegen, aber zu wenig Ressourcen, um Kontrollen im Wald durchzuführen. «Der Druck auf den Wald ist unbestritten und wir versuchen, dem so gut wie möglich zu entgegen zu halten, aber wir haben es hier mit gesellschaftlichen Entwicklungen zu tun, bei denen die Polizei nicht an jedem Vita-Parcous stehen kann. Das ginge zu weit», sagt Bernhard Graser, Mediensprecher der Kantonspolizei Aargau, gegenüber «Tele M1».

Erich Schmid setzt deshalb auf Aufklärung, etwa bei Bikern, die abseits der gekennzeichneten Routen fahren wollen. Die meisten würden mit Einsicht reagieren. Dennoch behält er sich vor, bei Uneinsichtigkeit die Polizei in den Wald zu rufen. «Wir selbst haben keine Befugnisse und die Polizei zu rufen, würde hier auch ein Zeichen setzen.»

(red.)

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 2. Mai 2022 20:54
aktualisiert: 2. Mai 2022 20:54
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