Zusammenarbeit

Grossfusion von sieben Suhrentaler Gemeinden «nicht realistisch»

12. Mai 2022, 13:21 Uhr
Für sieben Gemeinden des Aargauer Suhrentals liegt eine Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) vor, in welcher verschiedene Varianten für den weiteren Weg dieser Gemeinden aufgezeigt werden. Nachdem Gemeindevertreter die Studie diskutiert haben, scheint eine grössere Gemeindefusion vom Tisch.
Blick über das Suhrental bei Reitnau am Tag des Bergrennens von 2017. (Archivbild)
© KEYSTONE/WALTER BIERI

Wie der Regionalverband Suhrental am Donnerstag mitteilte, stellten die Zürcher Forscherinnen und Forscher drei Vorgehensvarianten zur Diskussion: Die Fortführung der bisherigen Zusammenarbeit, allenfalls mit einem weiteren Ausbau, eine kleinere Fusion oder eine Grossfusion aller sieben Gemeinden.

Die kleinere Fusion hätte fünf Gemeinden oder als Untervariante zwei Gemeinden umfassen können, nämlich einen Zusammenschluss von Kirchleerau und Moosleerau.

An einem Treffen von Gemeindevertreterinnen und -vertreter im vergangenen Dezember wurde eine möglichst grosse Fusion «als einzige langfristige Möglichkeit gesehen, wieder an strategischer Handlungsfähigkeit zu gewinnen», schreibt der Regionalverband.

Gleichzeitig hielten die Teilnehmer dieses «Workshops» aber auch fest, die Akzeptanz einer solchen Fusion werde aus politischen und emotionalen Gründen als gering angesehen. Die Fusion aller sieben Gemeinden erscheine «als nicht realistisch».

Nach diesem Workshop empfiehlt nun das ZHAW-Gutachterteam, dass die sieben Gemeinden ihre Zusammenarbeit vorderhand weiter vertiefen und vereinheitlichen. Die sieben Gemeinden umfassen rund 10'800 Einwohnerinnen und Einwohner – regionales Zentrum ist Schöftland.

Fachkräftemangel und zunehmende Komplexität

Im Spätherbst 2020 hatten die sieben Gemeinden Hirschthal, Kirchleerau, Moosleerau, Reitnau, Schöftland, Staffelbach und Wiliberg der ZHAW den Studienauftrag erteilt. Wie es in der Mitteilung des Regionalverbands heisst, sind sie mit wachsenden Herausforderungen konfrontiert.

Es geht beispielsweise um die Gemeindefinanzen, um Fachkräftemangel und die zunehmende Komplexität von Aufgaben. Laut der Studie hat derzeit noch keine der sieben Gemeinden ihre Leistungsgrenze überschritten. In verschiedenen Bereichen sind die Grenzen aber «in Sichtweite».

Besonders herausfordernd sei die Situation für Kirchleerau, Moosleerau, Reitnau, Staffelbach und Wiliberg. Dies, weil diese Gemeinden im Kernraum Landschaftsentwicklung lägen, was ihre wirtschaftliche Entwicklungsmöglichkeit stark einschränke.

Quelle: sda
veröffentlicht: 12. Mai 2022 13:28
aktualisiert: 12. Mai 2022 13:28
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