Aargau/Solothurn
Zofingen

Musigburg Aarburg: Stadt lehnt Petition ab

Kulturlokal

Aarburg lehnt die Musigburg-Petition ab – keine finanzielle Unterstützung

28.02.2024, 14:26 Uhr
· Online seit 28.02.2024, 14:19 Uhr
Das Kulturlokal Musigburg Aarburg sieht sich seit einiger Zeit mit finanziellen Problemen konfrontiert: Die Ausgaben steigen und die Einnahmen gehen zurück. Daher hat der Betreiber die Stadt um finanzielle Unterstützung gebeten, welche abgelehnt wurde. Auch eine Petition wurde kürzlich beim Stadtrat eingereicht, die nun beantwortet wurde.
Anzeige

Die Aarburger Musigburg kämpft immer noch mit den Corona-Nachwehen: Die Ausgaben steigen stetig, während die Einnahmen stagnieren oder gar zurückgehen. Das macht dem Betreiber des Aarburger Eventlokals, Ronald Url, schwer zu schaffen, wie er in einem Gespräch mit ArgoviaToday im September sagte. In einem Video auf Social Media hatte er sich an die Öffentlichkeit gewandt und meinte, dass er Ende Juni 2024 sogar schliessen müsste.

Erstes Gespräch mit Stadt fruchtete nicht

Mithilfe eines Crowdfundings hoffte Url dann auf finanzielle Unterstützung der Bevölkerung, um das Kulturlokal zu retten, gleichzeitig wurde eine Petition gestartet. Aus der breiten Aarburger Bevölkerung erfuhr Url viel Unterstützung. Innerhalb einer Woche konnten über 6300 Franken gesammelt werden – geplant waren 5000 Franken. Bis zum Ende des Crowdfundings kamen gar knapp 10'000 Franken zusammen.

Während die Aarburger Bevölkerung das Lokal fleissig aus eigener Tasche unterstützt hat, weigerte sich die Stadt Aarburg dem Verein entgegenzukommen. «Wir forderten im Falle eines Defizits bei der Stadt zum ersten Mal seit neun Jahren Unterstützungsgelder an», so Url. Er erhoffte sich von der Stadt einen Stromausgleich für das Kulturlokal.

Die Enttäuschung war bei Url gross, als sie ihm von der Stadt verwehrt wurde. Grund: Der Stadtrat hat vor zwei Jahren entschieden, dass Vereine nicht mehr im Giesskannenprinzip unterstützt werden. Das sagte Stadtrat Christian Schwizgebel gegenüber dem «Zofinger Tagblatt». Da die Musigburg jedoch als Verein organisiert ist, könne sich da auch der Stadtrat nicht darüber hinwegsetzen.

Petition wurde im Stadtrat behandelt

Die Petition hingegen hat mittlerweile geendet. 757 Personen haben unterschrieben, davon rund 100 Unterschriften von Aarburgerinnen und Aarburger. Die Petitionäre erheben darin folgende Forderungen an den Stadtrat, wie ein Auszug zeigt: «Um den Betrieb aufrechtzuerhalten, erhoffen wir bei einem negativen Geschäftsjahr einen Unterstützungsbeitrag im Bereich der Energiekosten. Bisher hatten wir stets positive Zahlen. Im Weiteren ist dieser Antrag befristet auf maximal 3 Jahre, da der Vermieter sich bereit erklärt hat, auf erneuerbare Energie umzusteigen. Die Kulturförderung würde maximal 10'000 Franken jährlich betragen.»

Die Petition wurde dem Stadtpräsidenten übergeben und bei der Stadtratssitzung am 26. Februar behandelt. Dort kam man zum Schluss, Vereinsarbeit als solche anzuerkennen und die Wichtigkeit für die kulturelle Vielfalt zu unterstreichen. Allerdings sei der Verein Musigburg ein Verein, dessen Gewerbe gewinnorientiert sei und «somit im Wesentlichen dem rein ideellen Zweck widerspricht», heisst es in der Mitteilung des Stadtrats.

Der Stadtrat verweist in seiner Begründung wiederum auf seinen Grundsatzentscheid, dass an Vereine und Veranstaltungen keine finanziellen Beiträge ausgerichtet werden und lehnt die Petition somit ab.

(sib)

veröffentlicht: 28. Februar 2024 14:19
aktualisiert: 28. Februar 2024 14:26
Quelle: ArgoviaToday

Anzeige

Mehr für dich

Anzeige
Anzeige
argoviatoday@chmedia.ch