Wetter

5836 Blitze im Kanton Aargau gemessen

21. Juni 2021, 09:29 Uhr
Im Kanton Aargau kam es in der Nacht auf Montag zu heftigen Unwettern. Insgesamt 30 Meldungen gingen bei der Kantonspolizei ein. In der ganzen Schweiz wurden 46'000 Blitze registriert.
Starkes Unwetter in der Schweiz
© Twitter/Meteoschweiz
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Im Aargau prasselten in Würenlingen und Beznau gemäss den Wetterdiensten über 40 Liter Regen pro Quadratmeter nieder. Das ist so viel wie in keinem andern Kanton. Insgesamt wurden im Aargau 5836 Blitze registriert. In Grenchen SO brausten Sturmböden mit bis zu 118 Kilometern pro Stunde.

Bei der Kantonspolizei gingen in der Nacht rund 30 Meldungen im Zusammenhang mit dem Unwetter ein, so die Kantonspolizei Aargau auf Anfrage. Lokal sei es zu Überschwemmungen gekommen, weshalb die Feuerwehr 16-mal ausrücken musste.

Auch im Kanton Solothurn machte sich das Unwetter bemerkbar. Rund 40 Meldungen gingen bei der Kantonspolizei ein. Dabei ging es vor allem um umgestürzte Bäume, heruntergefallene Äste und vereinzelt auch vom Dach gewehte Ziegel oder umgewehte Gegenstände wie Bauabschrankungen. In vielen Fällen rückte die Feuerwehr aus. In Lüterswil erfasste ein umstürzender Baum eine Person in einem Garten. Der Mann wurde mit einer Ambulanz in ein Spital gebracht. Vereinzelt kam es zu Sachschäden, meist wurde die Situation durch das Entfernen von Ästen oder Bäumen bereinigt.

Über 46'000 Blitze

Die ersten Gewitterzellen hatten das Land am Nachmittag von Westen her erreicht. Sie zogen zunächst über die Genferseeregion, das Freiburger Land sowie Teile des Kantons Bern, die Zentralschweiz und weiter nach Osten. Am Abend folgte eine weitere Gewitterlinie. Über 46'000 Blitze, davon rund 11'000 im Kanton Zürich, registrierte der Wetterdienst Meteonews bis am späten Abend. Danach beruhigte sich die Lage wieder.

Fünf Zentimeter grosse Hagelkörner

Aus den Kantonen Bern und Luzern wurden Hagelkörner mit Durchmessern von bis zu rund fünf Zentimetern gemeldet, wie SRF Meteo berichtete. Die Gewitter brachten eine deutliche Abkühlung. In Genf sanken die Temperaturen innert einer Stunde um mehr als 5 auf noch rund 18 Grad.

Im Greyerzerland formte sich ein Superzellengewitter. Von diesen besonders grossen und von heftigen Auswirkungen begleiteten Ereignissen gebe es in der Regel eines oder zwei pro Sommer, sagte Christophe Salamin, Meteorologe bei Meteoschweiz, der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Es sei jedoch selten, dass diese Art von Sturm über ein bewohntes Gebiet ziehe, wie es am Sonntag der Fall war.

Zum Abschluss der Hitzeperiode mit Temperaturen von über 30 Grad hatte es in der Nacht auf Sonntag stellenweise noch eine Tropennacht gegeben. Rekordhalter war die Genferseeregion: So sank die Temperatur in Vevey VD in der Nacht nicht unter 23,4 Grad und in Le Bouveret VS lag der Tiefstwert bei 23,1 Grad, wie der private Wetterdienst Meteonews per Twitter bekannt gab. Von einer Tropennacht wird gesprochen, wenn die nächtlichen Temperaturen nicht unter 20 Grad fallen.

(sda/red)

Quelle: SDA/ArgoviaToday
veröffentlicht: 20. Juni 2021 22:40
aktualisiert: 21. Juni 2021 09:29