Fragen und Antworten

Antikörpertest berechtigen zu Zertifikat – das plant der Bundesrat

20. Oktober 2021, 17:44 Uhr
Der Bundesrat plant, dass das Zertifikat für Genesene in der Schweiz nicht mehr ein halbes Jahr, sondern neu ein ganzes Jahr gilt. Diese Änderung schickt er am Mittwoch in die Konsultation. Auch soll ein Antikörpertest zu einem Covid-Zertifikat berechtigen. Die Neuerung gilt allerdings nur im Inland.
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Quelle: CH Media Video Unit / Silja Hänggi

Künftig soll mit der Einführung eines «Schweizer Covid-Zertifikats» der Zugang zum Zertifikat für mehrere Gruppen erleichtert werden. Gelten soll das «neue» Zertifikat nur in der Schweiz. Auch für Touristen soll es ein, für die Schweiz gültiges, Zertifikat geben. Touristinnen und Touristen, welche mit einem nicht von Swissmedic oder der europäischen Arzneimittel-Agentur EMA, aber von der WHO anerkannten Impfstoff geimpft wurden, sollen ein auf 30 Tage befristetes Zertifikat für den Aufenthalt in der Schweiz erhalten.

Darüber informierte am Mittwoch der Bundesrat und schickte die entsprechenden Vorschläge zu den Kantonen in die Vernehmlassung. Diese läuft bis zum 26. Oktober – am 3. November wird entschieden. Was würde sich durch das «neue» Zertifikat ändern? Wir haben Fragen und Antworten zusammengestellt.

Bekomme ich das Zertifikat auch mit einem positiven Antikörpertest?

Ja, künftig sollen Schweizer Covid-Zertifikate auch für Personen ausgestellt werden, die einen aktuellen, positiven Antikörpertest (serologischer Test) vorlegen können. Dieser Test kostet rund 60 bis 80 Franken. Die Gültigkeitsdauer dieser Zertifikate soll auf 90 Tage beschränkt werden.

Wie lange wird ein Zertifikat für Genesene gültig sein?

Die Gültikeitsdauer aller bisher ausgestellten Zertifikate für Genesene soll von einem halben Jahr auf 365 Tage verlängert werden werden.

Die aktuell vorliegenden Daten belegen eine ausreichende Schutzwirkung vor schweren Erkrankungen und Hospitalisationen, sagt der Bundesrat.

Wie realistisch ist die Aufhebung der Zertifikatspflicht?

Der Bundesrat will die Zertifikatspflicht wieder lockern, sobald keine Überlastung der Spitäler mehr droht – unabhängig von der Durchimpfungsrate. Dies entspricht auch dem Drei-Phasen-Modell. Nach einer vertieften Analyse der epidemischen Risiken ist der Bundesrat aber zum Schluss gekommen, dass auch eine teilweise Aufhebung der Zertifikatspflicht derzeit mit zu hohen Risiken für das Gesundheitswesen verbunden ist. Ziel des Bundesrats bleibt, die weiteren Infektionswellen so tief zu halten, dass die Spitäler nicht überlastet werden.

Gibt es schwerere Krankheitsverläufe wegen der Deltavariante?

Ja, weil die Deltavariante viel ansteckender ist als die früheren Virusvarianten, führt sie nicht nur zu mehr Ansteckungen, sondern auch zu schwereren Verläufen. Weil infiszierte Personen häufiger und länger behandelt werden müssen, führt das zu einer stärkeren Überlastung der Intensivstationen. Die steigende Immunisierung bremst das Virus aus, ist aber noch zu tief, um weitere Ansteckungswellen zu verhindern.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 20. Oktober 2021 17:44
aktualisiert: 20. Oktober 2021 17:44
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