Einzahlungsschein ade

Bald sind nur noch QR-Codes gültig – Post macht sich jetzt schon Sorgen

11. August 2022, 12:09 Uhr
Bis Ende September können Rechnungen mit den altbekannten orangen oder roten Einzahlungsscheinen bezahlt werden. Danach sind nur noch Scheine mit QR-Code gültig. Die Post ist schon jetzt über unzufriedene Kunden besorgt – denn alte Formulare können nicht mehr angenommen werden.

Quelle: TeleM1

Seit über 100 Jahren wird in der Schweiz mit zuletzt orangem Einzahlungsschein bezahlt – doch ab Oktober ist Schluss damit. Stattdessen gelten nach zweijähriger Übergangsfrist nur noch QR-Rechnungen und die E-Bill.

Alles beim Alten – mit Ausnahmen

Patrick Graf ist Verwaltungsratspräsident von der Börsenbetreiberin SIX Interbank Clearing. Diese entwickelte die QR-Rechnungen. Gegenüber «20 Minuten» sagt Graf, dass sich für Konsumentinnen und Konsumenten nicht viel ändern werde. Die Rechnung sehe anders aus, die Einzahlung funktioniere jedoch wie bisher.

Ausnahmen seien Daueraufträge: «Da muss man auf die Bank zugehen und es anpassen lassen. Sonst werden die Daueraufträge nicht mehr ausgeführt und es kommt zu Mahnungen», so Graf.

Die Sache selber in die Hand nehmen

Rechnungssteller wie Krankenkassen, Telekomfirmen und andere sollten laut Graf jetzt aber keine alten Einzahlungsscheine mehr verschicken. Sonst werde die Zeit für die Kundinnen und Kunden angesichts der üblichen 30-tägigen Zahlungsfristen knapp

Einige Unternehmen werden laut Graf wohl nicht rechtzeitig umstellen können, weil sie möglicherweise zu spät damit beginnen. Umso wichtiger sei darum: «Wenn man einen alten Einzahlungsschein erhält, sollte man sich bei diesem Unternehmen melden und eine QR-Rechnung verlangen".

Post hat Sorgenfalten

Auch bei der Post kommt noch über ein Viertel der Kundschaft mit alten Einzahlungsscheinen an den Schalter, wie Sprecherin Léa Wertheimer auf Anfrage sagt. Am 9. August waren von fast 200’000 Einzahlungen rund 53’000 mit alten Formularen.

Ab Oktober müsse die Post diese Kundinnen und Kunden unverrichteter Dinge nach Hause schicken, weil sie die Einzahlungen mit den alten Scheinen nicht mehr durchführen könne. Die Post mache sich deshalb etwas Sorgen und hoffe, dass alles reibungslos verläuft.

(joe)

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 11. August 2022 09:21
aktualisiert: 11. August 2022 12:09
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