Internationales Training

Cyber Bataillon muss bei Übung 8000 Attacken im virtuellen Raum abwehren

20. April 2022, 08:57 Uhr
Fachkräfte der Schweizer Armee trainieren derzeit in einer internationalen Übung. Die Schweiz ist damit wie 32 andere Nationen Teil der Cyber-Übung «Locked Shields», wie das Verteidigungsdepartement am Mittwoch mitteilte.

Rund zwei Dutzend Angehörige des Cyber Bataillons 42, Teilnehmende des Cyberlehrgangs der Armee und Milizangehörige des Fachstabs Cyber werden demnach während der Übung mit mehr als 8000 Attacken bespielt, die sie abwehren oder beheben müssen.

Im Vordergrund stehe dabei das Trainieren von technischen Fähigkeiten, die Anwendung von militärischen Prozessen im Bereich Cyber Defence und die Klärung von Zuständigkeiten, schreibt das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) in der Mitteilung weiter.

Zentrale Informatik-Infrastrukturen schützen

Konkret sieht das fiktive Szenario vor, dass in einem Konflikt zwischen zwei Nationen auch im virtuellen Raum Angriffe durchgeführt werden. Die Cyber-Fachkräfte der Schweiz hätten im Rahmen der Übung die Aufgabe, zentrale Informatik-Infrastrukturen einer dieser Nationen vor Angriffen der anderen Nation zu schützen, heisst es in der Mitteilung.

Dabei würden Informatik-Infrastrukturen der Wasser- und Energieversorgung, der Finanzindustrie sowie der Landesverteidigung geschützt. Um die Stabilität im eigenen, fiktiven Land zu gewährleisten, müssen die Fachkräfte in der Übung laut VBS nicht nur Schwachstellen in den eigenen Netzwerken finden und beheben, sondern sich auch mit Partnern austauschen.

33 Nationen treffen sich in Tallinn

Die Übung wird jeweils vom Cooperative Cyber Defence Center of Excellence in Tallinn geleitet. Im Jahr 2022 haben sich 33 Nationen zu 24 sogenannten Blue-Teams zusammengeschlossen, um an der Übung teilzunehmen. Ebenfalls Teil von «Locked Shields» ist eine strategische Komponente, in welcher Fragen aus dem Bereich Recht und Public Governance geklärt werden müssen.

(bla)

Quelle: sda
veröffentlicht: 20. April 2022 08:58
aktualisiert: 20. April 2022 08:58
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