Boomerang-Effekt

Darum sind die Pollen dieses Jahr fieser als sonst

Simone Brändlin, 19. April 2022, 15:46 Uhr
2022 war bisher kein einfaches Jahr für Allergiker. Die Pollensaison hat nämlich verhältnismässig früh begonnen und dazu haben die bisher blühenden Bäume und Sträucher sehr viele Pollen gestreut.

Nach einem für Pollenallergiker recht milden 2021 sieht es in diesem Jahr leider anders aus, berichtet MeteoNews. Der warme und recht regenarme März sorgte dafür, dass die Pollen kaum aus der Luft ausgewaschen wurden. Darüber hinaus hat die Pollensaison in diesem Jahr recht früh begonnen und die ersten Haseln und Erlen blühten im Süden schon Mitte Januar, im Norden Anfang Februar.

Derzeit stehen beidseits der Alpen zahlreiche Baumarten in Blüte, insbesondere Birken, Eschen, Platanen, Hagebuchen und Eichen – wobei die Eiche auf der Alpennordseite zu blühen beginnt. Auf der Alpensüdseite gibt es mässige Graspollen (der Pollentyp mit der grössten allergenen Wirkung).

Wie sieht es diese Woche aus? 

Bis Freitag soll es im Norden der Schweiz recht sonniges und oft trockenes Wetter geben. Erst am Freitagnachmittag könnte es in den Alpen und im Jura zu Schauer kommen. Im Süden ist bereits ab Mittwoch mit dichten Wolken zu rechnen, dennoch fällt womöglich kaum Regen. Damit kann sich die Pollensituation kaum entspannen.

Erst kommendes Wochenende ist mit Niederschlag zu rechnen, so dass die Pollen teilweise aus der Luft ausgewaschen werden können und sich die Situation für Allergiker entspannen könnte.

Auch in der folgenden Woche wird die Blüte der Gräser weiter voranschreiten, im Süden muss bei Sonnenschein und trockenen Verhältnissen schnell mit hoher Pollen-Konzentration gerechnet werden. Im Norden werden die Gräser in den tiefen Lagen wohl in den nächsten zwei Wochen zu blühen beginnen. Damit wird die Baumpollenkonzentration in den nächsten Wochen vermehrt abnehmen, gleichzeitig ist mit einer Zunahme der Gräserpollen zu rechnen. Das bedeutet, Pollenallergiker erhalten in diesem Jahr kaum eine Verschnaufpause.

Warum ist in diesem Jahr die Pollenbelastung überdurchschnittlich hoch? 

Der Frühling 2021 war immer wieder von Kälterückschlägen durchsetzt und teilweise der kühlste Frühling seit über 30 Jahren. So hatten die frühblühenden Bäume und Sträucher sehr wenige Pollen produziert und durch den Regen wurde diese auch regelmässig ausgewaschen. Zudem haben viele Bäume einen sogenannten Zweijahres-Zyklus, so blühen sie in einem Jahr stärker und im anderen Jahr stecken sie mehr Energie ins Wachstum und in die Bildung von Reservestoffen.

Die letztjährige unterdurchschnittliche Blüte führt damit aktuell zu einem Boomerang-Effekt. Da sich die Bäume im letzten Jahr gut erholen konnten, ist die Blüte in diesem Jahr sehr stark.

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 19. April 2022 15:06
aktualisiert: 19. April 2022 15:46
Anzeige