Elektro-Mobilität

Darum solltest du dir als Wohnungsmieter noch kein E-Auto kaufen

Michelle Brunner, 27. Januar 2022, 17:50 Uhr
Die Welt ist immer mehr im Wandel und ein nachhaltiger Lebensstil ist mittlerweile mehr als nur ein Trend. Das zeigt sich auch in der Autobranche: Immer mehr Leute wollen ökologischer unterwegs sein. Doch ist jetzt schon der richtige Zeitpunkt für den Kauf eines Elektroautos? ArgoviaToday hat bei einem Experten nachgefragt.
Darum solltest du dir als Wohnungsmieter noch kein Elektrofahrzeug zulegen.
© Getty

Den E-Autos gehört die Zukunft. Bei der Anschaffung eines Fahrzeugs stellen sich heute viele nicht mehr die Frage nach «Benziner oder Diesel», sondern eher «Hybrid oder E-Auto». Doch ist die Zeit wirklich schon reif für ein Elektroauto? Und für wen lohnt es sich, umzusteigen?

Wenig bis keine Steuerprivilegien für E-Autos

Gegen die Anschaffung eines E-Autos spricht zum jetzigen Zeitpunkt eigentlich nichts. Das sagt Michael Baumann, PR-Manager E-Mobility des Autohändlers Amag. Weder an Qualität, Modellvielfalt noch am Fahrspass mangle es bei einem E-Auto. Zahlen zeigen, dass der Anteil an E-Fahrzeugen am Neuwagenmarkt immer weiter steigt.

Viele Käufer erhoffen sich durch die Anschaffung eines klimaneutralen Gefährts auch Steuerprivilegien. Im Vergleich zu andern Ländern werden E-Autos in der Schweiz jedoch nur wenig subventioniert. In Deutschland beispielsweise werden reine Elektroautos mit bis zu 9000 Euro (9340 CHF) gefördert, Plug-in-Hybride mit bis zu 6750 Euro (7005 CHF). In der Schweiz hingegen variieren die Subventionen von Kanton zu Kanton. Einen Steuerbonus bekommt man im Kanton Aargau nicht. Auf nationaler Ebene sind Elektroautos – Plug-in-Hybride ausgeschlossen – von der Automobilsteuer in Höhe von vier Prozent des Fahrzeugwerts befreit.

«Mieter hängen vom Goodwill der Eigentümer ab»

Nicht empfehlenswert ist der Kauf eines E-Autos für Personen, die in einer Mietwohnung leben. «Ob eine Wallbox zum Laden der Autos installiert wird oder ob die Vorinstallationen gemacht werden, damit man selber eine Wallbox anbringen lassen kann, hängt vom Goodwill der Eigentümer ab», so Baumann. Zwar sei es dank öffentlicher Ladestellen auch ohne eigene Ladestation möglich, ein E-Auto zu besitzen. Das sei aber mit einer Menge Planung verbunden, so Michael Baumann. Ausserdem müsse man dann fast zwingend in einer Stadt oder zumindest in der Agglomeration wohnen, um sein Fahrzeug ohne viel Zusatzaufwand laden zu können.

Wer den Luxus besitzt und eine Ladestation am Arbeitsplatz oder zu Hause hat, der bezahlt die normalen Stromkosten. Baumann verrät: «Idealerweise lädt man in der Nacht, wenn tiefere Tarife anfallen.» Teurer wird es jedoch, wenn man unterwegs an einer Schnellladestation Strom bezieht. Wohnungsmieterinnen und -mieter können dadurch also in den Nachteil geraten.

Wann sich die Anschaffung eines Elektroautos für sie lohnt, kann man noch nicht genau sagen. «Man kann mit weiteren Verbesserungen bei den Batterien rechnen, die die Reichweite eines E-Autos nochmals steigern werden», so Baumann. Die Akkus sollen noch robuster und die Ladezeiten kürzer werden. Zudem werde die Modellvielfalt noch weiter zunehmen und auch die Ladesituation soll sich laut Baumann im öffentlichen Raum und in Mehrfamilienhäusern weiter verbessern.

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 27. Januar 2022 18:20
aktualisiert: 27. Januar 2022 18:20
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