Omikron-Variante

Das musst du über die neue Coronavirus-Mutation wissen

27. November 2021, 13:55 Uhr
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die neue Corona-Variante B.1.1.529 als «besorgniserregend» eingestuft. Deshalb hat auch das Bundesamt für Gesundheit (BAG) reagiert und Einreiseverbote verhängt. Woher die Omikron-Variante stammt und was bisher darüber bekannt ist, erfährst du hier.
Die neue Coronamutation «Omikron» führt weltweit zu Sorgen.
© ArgoviaToday

Die Klassifizierung «besorgniserregend» ist laut WHO-Definition ein Signal, dass eine Variante ansteckender ist oder zu schwereren Krankheitsverläufen führt. Ausserdem besteht bei «besorgniserregenden Varianten» die Gefahr, dass herkömmliche Impfungen, Medikamente oder Corona-Massnahmen weniger wirksam sind. Die neue Mutation wurde im Süden Afrikas entdeckt.

Wie gut wirken die Impfstoffe gegen «Omikron»?

Wie effektiv die zugelassenen Impfstoffe gegen die Omikron-Variante des Coronavirus schützen, ist derzeit nicht abschliessend geklärt. Deshalb testet der Impfstoffhersteller Moderna momentan drei vorhandene Covid-19-Booster-Kandidaten gegen die neue Corona-Mutation. Das Unternehmen kündigte zudem einen neuen variantenspezifischen Impfstoffkandidaten gegen diese Variante des Coronavirus an. Die Vielzahl der Mutationen im Spikeprotein lässt aber diverse Experten vermuten, dass die Impfstoffe weniger wirksam sein könnten. Denn diese wirken bereits gegen die Delta-Variante weniger effektiv, da sie anhand früher entstandener Coronavirus-Varianten erstellt wurden. Dass die Impfstoffe aber gar nicht wirken, ist laut Experten nicht zu erwarten.

Wie schlimm sind die Verläufe bei einer Infektion mit der neuen Mutation?

Dass die Omikron-Variante schwerere Krankheitsverläufe auslöst, dafür gibt es derzeit keine Anzeichen. Wie die britische Virologin Wendy Barclay vom Imperial College in London am Freitag aber mitteilte, sind derzeit gerade mal 100 bestätigte Fälle von Infektionen mit der neuen Mutation aus Südafrika bekannt. In den meisten Fällen seien Jugendliche und junge Erwachsene infiziert, welche in der Regel sowieso einen milden Covid-19-Verlauf haben.

Wie reagiert die Schweiz?

Auch die Schweiz reagiert besorgt auf die Coronavirus-Variante B.1.1.529. Deshalb verschärfte das BAG bereits am Freitag die Einreiseregeln für Reisende aus der Region Südafrika.

«Sämtliche Flüge aus Botsuana, Eswatini, Lesotho, Mosambik, Namibia, Simbabwe und Südafrika sind für unbestimmte Zeit verboten», so das BAG am Freitagnachmittag. Für Schweizerinnen und Schweizer, die sich in diesen Ländern befinden, gelte jedoch eine Ausnahmeregelung. «Die Fluggesellschaften – und nicht die Flugpassagiere – sind verpflichtet, beim Bundesamt für Zivilluftfahrt eine Bewilligung für den Einflug in den Schweizer Luftraum einzuholen», schrieb das BAG weiter. Organisierte Rückführungsflüge werde es aber nicht geben.

Reisende aus der Region Südafrika und den oben genannten Ländern müssen zudem beim Boarding und bei der Einreise einen negativen Covid-19-Test vorweisen können, auch wenn sie geimpft oder genesen sind. Für alle Einreisenden aus diesen Ländern wird zudem eine 10-tägige Quarantäne verfügt. Der Transport vom Flughafen nach Hause soll deshalb auch nicht durch den öffentlichen Verkehr erfolgen. Das BAG wird zudem die Test- und Quarantänepflicht auf weitere Länder ausdehnen, in denen die neue Virusvariante nachgewiesen wird. Ausgenommen seien die Nachbarländer der Schweiz.

Ist die Omikron-Variante bereits in der Schweiz?

Laut BAG konnte die neue Coronavirus-Variante in der Schweiz mit dem Gensequenzierungs-Überwachungsprogramm noch nicht nachgewiesen werden. Um aber sicherzugehen, hat der Bund alle Kantone und Fluggesellschaften angewiesen, sämtliche Personen, die in den letzten zwei Wochen aus dem südlichen Afrika in die Schweiz eingereist waren, persönlich zu kontaktieren. Der Bund empfiehlt diesen Personen dringend die Durchführung eines PCR-Tests. Positive Resultate werden sequenziert.

Omikron-Variante bereits in Europa

Sicher ist, dass die Omikron-Variante bereits das europäische Festland erreicht hat. Belgien meldete am Freitag als erstes europäisches Land eine bestätigte Infektion mit der neuen Mutation. Laut dem belgischen Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke handelt es sich dabei um eine ungeimpfte Person. Die belgische Zeitung «Le Soir» berichtete zudem, dass es sich bei dieser Person um eine Frau handelt, die aus Ägypten über die Türkei nach Belgien gereist war und sich nicht im südlichen Afrika aufgehalten hatte.

Und mit «sehr hoher Wahrscheinlichkeit» ist die neue Mutation aus dem Süden Afrikas bereits auch bei unserem Nachbarland Deutschland entdeckt worden, wie der hessische Sozialministers Kai Klose über Twitter mitteilte.

Bei einem Reiserückkehrer aus Südafrika seien mehrere für Omikron-typische Mutationen gefunden worden. «Es besteht also ein hochgradiger Verdacht, die Person wurde häuslich isoliert. Die vollständige Sequenzierung steht zum aktuellen Zeitpunkt noch aus», twitterte der in Hessen auch für Gesundheit zuständige Minister.

(red.)

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 27. November 2021 09:44
aktualisiert: 27. November 2021 13:55
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