Lebensmittel

Der Bundesrat geht gegen Foodwaste vor – das machen Migros und Coop

12. Mai 2022, 15:44 Uhr
In der Schweiz landen jährlich 2,8 Millionen Tonnen Lebensmittel im Abfall. Bundesrätin Sommaruga will diesen Wert bis 2030 halbieren. Was machen die beiden grössten Schweizer Detailhändler bereits dagegen? Wir haben nachgefragt.

Umweltministerin Simonetta Sommaruga hat einen Aktionsplan gegen Foodwaste unterzeichnet. In der Lebensmittelbranche soll die Verschwendung bis 2030 halbiert werden – Ausgangswert ist die Zahl vom Jahr 2017. Demnach müsste der Foodwaste 2025 bereits um ein Viertel geringer sein. Die Branchenlösung hat das Bundesamt für Umwelt zusammen mit dem Netzwerk United Against Waste (UAW) erarbeitet.

Laut Foodwaste.ch entstehen in der Schweiz jährlich 2,8 Millionen Tonnen an Lebensmittelabfällen – zehn Prozent davon im Gross- und Detailhandel. In den Privathaushalten entsteht der grösste Teil, fast 30 Prozent. Die Today-Zentralredaktion hat bei Migros und Coop nachgefragt, wie die beiden Detailhandel-Riesen gegen die Lebensmittelverschwendung vorgehen.

Migros: «Die letzte Meile ist die schwierigste»

Die Migros gibt an, dass 99 Prozent aller Lebensmittel verkauft werden. Und was ist mit dem Rest? «Das restliche eine Prozent werden nicht als Lebensmittel verwendet, sondern zum Beispiel als Tierfutter genutzt oder zu Biogas weiterverarbeitet», schreibt Migros-Mediensprecher Patrick Stöpper.

Migros sei zufrieden mit dem Wert und wolle in Zukunft gar keine Lebensmittel mehr verschwenden. «Aber es gilt auch hier wie so oft: Die letzte Meile ist die schwierigste», ergänzt Stöpper.

Coop gibt nicht verkaufte Lebensmittel als Spende weiter

Bei Coop sind es laut Mediensprecherin Melanie Grüter 0,2 Prozent der Lebensmittel, die nicht verkauft oder gespendet werden. Auch hier wird daraus Tierfutter oder Biogas. Zudem spendet Coop noch essbare Produkte, die der Detailhändler nicht mehr verkaufen kann, an die Organisationen Schweizer Tafel oder Tischlein-deck-dich. Zudem gibts bei Coop die «Verwenden statt Verschwenden»-Sticker bei Produkten, die bald ablaufen und darum zu reduzierten Preisen angeboten werden.

Bis 2026 will Coop das Angebot für die beiden Foodwaste-Organisationen in 500 Supermärkten ausbauen. «So können zukünftig über 5000 Tonnen Lebensmittel gerettet und damit rund 25 Millionen Teller armutsbetroffener Menschen gefüllt werden», so Grüter.

Als Massnahmen, um Foodwaste künftig noch stärker zu verhindern, nennt United Against Waste beispielsweise eine verbesserte Haltbarkeitsangabe oder geeignetere Verpackungen. Auch die Haushalte sollen aufgeklärt werden, wie sie Foodwaste vermeiden können.

(log)

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 12. Mai 2022 15:42
aktualisiert: 12. Mai 2022 15:44
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