Globaler Klimastreik

Der Freitag steht im Zeichen des Klimas

24. September 2021, 16:30 Uhr
Am 24. September ist globaler Klimastreik. Menschen auf der ganzen Welt gehen auf die Strassen und fordern Klimagerechtigkeit. Aber worum geht es den Demonstrierenden eigentlich und welche Aktionen sind in unserer Region geplant?
Am Freitag gehen auf der ganzen Welt tausende Menschen auf die Strassen und fordern Klimagerechtigkeit. Auch in der Schweiz sind mehrere Aktionen geplant.
© Keystone

Die Klimafrage ist in den letzten Monaten und insbesondere im letzten Jahr coronabedingt etwas in den Hintergrund gerückt, nach diesem ereignisreichen Sommer aber wieder in der Mitte unserer Gesellschaft angelangt.

Das dürfte sich auch beim globalen Klimastreik diesen Freitag zeigen. Auf der ganzen Welt gehen Menschen auf die Strassen und fordern Klimagerechtigkeit. Auch in der Schweiz sind in mehreren Städten Aktionen geplant. In Aarau findet eine – voraussichtlich relativ grosse – Demonstration statt. Besammlung ist um 16.30 Uhr auf dem Bahnhofplatz. Nach der Demonstration, etwa ab 17.30 Uhr, läuft im Kasinopark eine Kundgebung mit Reden und Musik. Die Demonstration wurde von der Stadt Aarau bewilligt.

Das fordern die Demonstrierenden

«Climate justice, now!» Wer schon einmal eine Klimademo mitbekommen hat, wird bestimmt auch diese Parole schon gehört haben. Aber was genau fordern die Demonstranten und Demonstrantinnen eigentlich? Im Wesentlichen und stark vereinfacht geht es um folgende Punkte:

Klimanotstand: Die Schweiz soll den nationalen Klimanotstand ausrufen, damit die Klimakrise offiziell anerkannt wird und dementsprechend gehandelt werden kann.

Netto 0 bis 2030: Gefordert werden netto 0 Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2030. Das bedeutet, dass die Schweiz nur noch so viel Emissionen ausstösst wie die Natur aufnehmen kann. Um das zu erreichen, müssten die Emissionen bis 2024 um 13 Prozent jährlich und danach um acht Prozent sinken.

Klimagerechtigkeit: Die Folgen der Klimaerwärmung treffen die ärmsten Teile der Bevölkerung am härtesten. Die Massnahmen zum Erreichen der Klimaziele sollen deshalb so ausgestaltet werden, dass finanziell und materiell benachteiligte Menschen nicht noch zusätzlich belastet würden. Gefordert wird daher die Umsetzung des Verursacherprinzips: Diejenigen, welche die Treibhausgasemissionen und die Umweltverschmutzung verursachen und davon profitieren, sollen zur Verantwortung gezogen werden

Finanzplatzforderungen: Die Finanzflüsse sollen transparent kommuniziert und offengelegt werden und bis 2030 Netto 0 werden. Ausserdem wird der sofortige Ausschluss von fossilen Energien gefordert.

Systemwandelklausel: Falls die Forderungen im aktuellen System nicht erfüllt werden können, brauche es einen Systemwechsel, so die Forderung der Klimajugend. Wie ein solches alternatives System aussehen soll, ist nicht definiert. Die Interpretation solle in einem Prozess gefunden werden, an dem sich die gesamte Gesellschaft beteiligen könne.

2018 schwänzte die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg zum ersten Mal die Schule, um für circa drei Wochen vor dem Reichstagsgebäude in Stockholm für ein besseres Klima zu protestieren. Schülerinnen und Schüler auf der ganzen Welt taten es ihr nach, woraus die globale Klimabewegung, die «Fridays for Future», entstanden ist.

Januar 2019, am Weltwirtschaftsforum (WEF): «Our house is on Fire» – fünf Worte in einem Satz, die zu einer symbolischen Metapher der globalen Klimakrise geworden sind. Das Zitat stammt aus einer Rede, in der die damals 16-jährige Greta Thunberg die Tatenlosigkeit der Erwachsenen angesichts der Klimakrise kritisierte. Mit unmissverständlichen Worten forderte sie Politik und Wirtschaft auf, die im Pariser Klimaschutzabkommen vereinbarten Ziele endlich umzusetzen.

Sommer 2021, mehr als zwei Jahre später: Überschwemmungen in China, Deutschland und der Schweiz, Dürre und daraus resultierend verheerende Brände in Griechenland, Sibirien und Nordamerika sowie neue Tiefstände des arktischen Meereises. Die Wissenschaft ist sich einig:  Im Sommer 21 wurden die Folgen der Krise sichtbarer denn je. Deutlich wurde auch, dass die Klimakrise weit schwerwiegendere Folgen hat als nur eine steigende Durchschnittstemperatur. Das zeigt auch der Bericht des Weltklimarats, der im August dieses Jahres veröffentlicht wurde.

(noë)

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 24. September 2021 15:40
aktualisiert: 24. September 2021 16:30
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