Insekten und Co.

Diese Tierchen kommen jetzt in unsere Wohnungen

Céline Elber, 24. Oktober 2022, 19:06 Uhr
Sobald es draussen feucht und kalt wird, zieht es nicht nur Menschen in trockene, warme Wohnungen. Auch zahlreiche Krabbler dringen in Häuser und Wohnungen ein, um hier die kalte Jahreszeit zu verbringen.
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«Wenn sie die Möglichkeit haben reinzukommen, dann kommen sie rein», sagt Martin Bolliger, Fachspezialist Artenkenntnis beim Naturama Aargau. Sobald es kalt wird, begeben sich Insekten auf die Suche nach einem trockenen Winterlager.

Wohnungen sind für Insekten tödlich

Dies aber vorneweg: Die Wohnung ist als Winterlager nicht geeignet. Im Gegenteil: Das Überwintern in Häusern und Wohnungen endet für unsere sechs- und achtbeinigen Mitbewohner meistens tödlich. Denn Wohnungen sind nicht nur trocken, sondern auch warm. Bei den hohen Temperaturen bleiben die Tiere aktiv bleiben und brauchen damit auch Futter. «Es fehlt in Wohnungen und Häusern an Nahrung, etwa Pollen, Nektar, Blätter. Wohnungen sind kein geeigneter Lebensraum für Insekten», sagt Martin Bolliger. Die ungebetenen Gäste können also ohne schlechtes Gewissen wieder ausquartiert werden.

Marienkäfer, Wanzen und Schmetterlinge

Bei den Arten, die ins Innere dringen, handle es sich nicht um Schädlinge. «Die sind absolut harmlos», stellt Bolliger klar. Im Moment sind beispielsweise häufig Marienkäfer in Wohnungen zu finden. Diese nutzen jeweils die letzten Sonnentage, um in wärmere Regionen zu wandern oder eine geeignete Mauerritze zum Überwintern zu finden. Auf der Suche nach einem geeigneten Winterquartier rotten sich Marienkäfer zu teilweise grossen Schwärmen zusammen und besetzen Balkongeländer, Hauswände oder Pflanzen. In die Wohnung gelangen sie dabei zufällig, etwa durch offene Fenster.

Auch Wanzen gelangen im Moment oft in Häuser und Wohnungen. Dieses Jahr dürften es sogar noch etwas mehr sein als normalerweise, denn wegen des Hitzesommers droht eine Stinkwanzenplage.

Weitere temporäre Hausgäste im Herbst sind Falter. Die meisten Schmetterlingsarten überwintern zwar als Ei, Raupe oder Puppe, es gibt aber durchaus Arten, die als ausgewachsene Schmetterlinge überwintern. So zum Beispiel das Tagpfauenauge, der Kleine und Grosse Fuchs sowie der Admiral. Wie die Marienkäfer sind diese aber keine Schädlinge. «Am besten fängt man sie einfach mit einem leeren Joghurtbecher, öffnet das Fenster und schmeisst sie raus», sagt Experte Bolliger.

Wespen und Stubenfliegen

Auch Wespen und Bienen verirren sich zu Beginn des Winters manchmal in die Wohnung. Was Wespenfeinde aber freuen dürfte: Bei Wespen sowie bei Hornissen und Hummeln überleben nur die Königinnen den Winter.

Eine weitere gute Nachricht: Stubenfliegen gibt es zwar das ganze Jahr. Im Winter sind sie jedoch seltener, denn sie vermehren sich jetzt langsamer. Es dürften sich also weniger davon in der Wohnung befinden.

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 7. November 2022 07:20
aktualisiert: 7. November 2022 07:20