Schweiz

Diese Unternehmen will Migros verkaufen – Gründe und Fakten

Fakten und Gründe

Diese Unternehmen will die Migros loswerden

02.02.2024, 12:31 Uhr
· Online seit 02.02.2024, 11:00 Uhr
Die Migros will sich stärker auf ihr Kerngeschäft konzentrieren. Denn während der Umsatz der Migros-Gruppe vergangenes Jahr zulegte, schwächelten etwa die Fachmärkte zum zweiten Mal in Folge stark.

Quelle: CH Media Video Unit / Jeannine Merki

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Am Freitag kündigte die Migros-Gruppe an, mehrere Bereiche verkaufen zu wollen, darunter Hotelplan, SportX und Melectronics. Betroffen sind bis zu 1500 Stellen. Eine Übersicht über die Bereiche, die die Migros nun ins Schaufenster stellt.

Hotelplan

Die Hotelplan-Group beschäftigt 2485 Mitarbeitende weltweit. Die Reiseanbieterin ist an 229 Standorten in 20 Ländern mit Büroräumlichkeiten, Filialen, lokalen Service-Büros und Business Travel Centers vertreten. Zu den Geschäftsbereichen gehören «Hotelplan Suisse», «Volume Tour Operating», «Hotelplan UK», «Interhome Group» sowie «Business Travel». 2023 verbuchte die Gruppe einen Umsatz von 1,7 Milliarden Franken, was einem Anstieg von knapp 21 Prozent zum Vorjahr entsprach. Damit hatte sie auch das Vor-Corona-Niveau übertroffen (2018/19: Umsatz 1,4 Milliarden Franken). Hotelplan wurde bereits am 29. April 1935 als Genossenschaft und Tochterunternehmen des Migros-Genossenschafts-Bundes gegründet und am 21. April 1981 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Das Unternehmen geht auf eine Initiative von Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler zurück, der mit Pauschalreisen den Tourismus in der Schweiz beleben wollte.

Für das Reisegeschäft sei die Grösse ausschlaggebend – und Hotelplan sei global gesehen klein, auch wenn es der grösste Reiseanbieter der Schweiz sei, schrieb die Migros zur Begründung für den geplanten Verkauf. Obwohl das Unternehmen 2022 und 2023 Rekordresultate erzielt habe, habe es bei einem neuen Eigentümer «noch grössere Entwicklungschancen», so die Migros.

Melectronics

Aktuell hat Melectronics knapp 100 Filialen in der Schweiz. Hier können Kunden on- und offline alles rund um das Thema Heimelektronik beziehen. Dazu gehört etwa auch die Migros-Eigenmarke «Mio Star». Der Fachmarkt wurde von der Migros im Jahr 1969 ins Leben gerufen und aktuell sind dort mehr als 800 Personen beschäftigt. Gegründet wurde Melectronics im Jahr 1969.

Melectronics gehört zu den zuletzt schlecht performenden Fachmärkten. Mit dem wachsenden Onlinehandel seien deren Umsätze zunehmend unter Druck, schreibt die Migros. Der Verkaufsentscheid hat also vorwiegend wirtschaftliche Gründe.

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SportX

Die Sportabteilung SportX (vormals SportXX) hat in der Schweiz 54 Filialen. Hier verkauft Migros Sportartikel und -kleidung für die verschiedensten Sportarten. Auch Sportausrüstung kann hier gemietet werden. Zudem finden sich hier auch Werkstätten für Skier, Snowboards, Fahrräder oder Inline-Skates. SportX eröffnete die erste Filiale 1999 in Buchs im Kanton St.Gallen.

Auch der Fachmarkt SportX leidet wie die anderen Fachformate unter schrumpfenden Umsätzen und der zunehmenden Online-Konkurrenz. Die Migros will das Geschäft aus ökonomischen Überlegungen abstossen.

Mibelle

Die Mibelle-Gruppe wurde 1933 gegründet. 1951 übernahm der Migros-Genossenschafts-Bund den Hersteller, der seither vor allem Eigenmarken für die Migros-Supermärkte produzierte. Laut der Migros gehen inzwischen 70 Prozent der Produktion in den Export. Die Firma Mibelle, die unter anderem das Spülmittel «Handy» oder die «I am»-Pflegeprodukte herstellt, verfügt über 9 Standorte weltweit, 2 davon in der Schweiz. Aktuell beschäftigt die Produzentin laut der Firmenwebsite 1612 Mitarbeitende. 2022 erzielte sie einen Umsatz von 663 Millionen Franken – rund 70 Prozent davon im Ausland.

Die Migros begründet ihren Verkaufsentscheid von Mibelle damit, dass die Firma immer mehr auch für den Export produziert. Mibelle sei «aus der Migros und über sie hinausgewachsen» und deshalb gebe es heute weniger Synergien. Die Entwicklungschancen seien bei einer neuen Eigentümerschaft grösser, so die Migros.

Was bleibt

Was mit den anderen Fachmärkten Bike World, Do it + Garden, Micasa und Obi passiert und ob auch sie verkauft werden, ist derzeit noch nicht klar. Sicher ist: Auch bei ihnen läuft es schlecht. Doch die Migros überprüft laut Mitteilung noch, wie es mit ihnen weitergeht.

Bisher vereinte die Migros-Gruppe 66 Teilbereiche. Darunter auch der Onlinehändler Digitec Galaxus, Sport- und Gesundheitsangebote wie etwa die Fitnesskette Activ Fitness und Fitnesspark, die Apotheke Zur Rose, das Tanzwerk 101, die Alnatura Märkte, Aproz Mineral Wasser oder Gastro-Angebote wie Kaimug, die Pizzeria Molino oder Hitzberger. Mit der angekündigten Restrukturierung sollen etwa auch Stellen in den nicht zum Verkauf stehenden Tochtergesellschaften anfallen. Bei der Dentaltochter Bestsmile etwa sollen beispielsweise 9 der 36 Standorte geschlossen werden, was einen Abbau von 40 Stellen zur Folge habe.

(sda/dak)

veröffentlicht: 2. Februar 2024 11:00
aktualisiert: 2. Februar 2024 12:31
Quelle: BärnToday

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