Klares Ja

«Endlich haben wir Gleichstellung!»

Sharina Frey, 26. September 2021, 16:25 Uhr
Die «Ehe für alle» hat mit 64% einen deutlichen Sieg eingefahren. Entsprechend gross ist die Freude bei den Befürwortern in unserer Region und der ganzen Schweiz. Doch auch die Stimmen aus dem Verlierer-Lager bleiben heute nicht stumm.

Quelle: ArgoviaToday/TeleM1

«Die Stärke der queeren Community ist, dass man zusammenhält. Und das hat man auf wunderbare Art und Weise gesehen», sagte Daniel Schiessl nach der ersten Hochrechnung am Mittag gegenüber Tele M1. Er wirkte bei einem zwölfköpfigen Komitee mit, welches im Mittelland verschiedene Events für die «Ehe für alle» organisiert und durchgeführt hatte. «An allen Events gab es positive Rückmeldungen, aber auch negative Stimmen», so Schiessl.

Trotz positiver Trendrechnungen konnte man sich eines Sieges deshalb im Vorfeld nicht sicher sein: «Es nützt nichts, wenn man nur auf Instagram liked oder teilt. Man muss auch wählen gehen. Und wir mussten die Leute motivieren, das zu machen, es vielleicht sogar zum ersten Mal zu machen.» Und wie die Zahlen zeigen, hat dies funktioniert. Wie Schiessl und sein Komitee den Wahltag im Aarauer Lokal «Summertime» verfolgen, siehst du im Video.

Von einem grossen, historischen Zeichen spricht auch Maria von Känel, Co-Präsidentin des Komitees «Ehe für alle». Im Interview mit Bundeshauskorrespondent Matthias Steimer kann sie ihre Freude kaum zurückhalten. «Es ist ein Zeichen der Wertschätzung an unsere Partnerschaften, an die Liebe, an die Stärkung unserer Kinder und die Stärkung der Familienvielfalt in der Schweiz», so die SP-Frau, die selber in einer Regenbogenfamilie lebt.

Doch es gibt auch jene, die gegen die «Ehe für alle» waren und nun einen Verlust hinnehmen müssen. So zum Beispiel der Aargauer SVP-Nationalrat Thomas Burgherr. «Dass Schwule und Lesben nun heiraten dürfen, das gönne ich ihnen. Aber ich werde mich aktiv gegen die Salami-Politik wehren – die Samenspende oder als nächsten Schritt die Leihmutterschaft kommt für mich nicht in Frage», so Burgherr gegenüber ArgoviaToday. Er zeigt sich sichtlich stolz, dass in seiner Wohngemeinde Wiliberg die «Ehe für alle» mit 56 zu 40 Stimmen abgelehnt wurde. Dass der allgemeine Tenor beim Schweizer Stimmvolk aber «Ja» laute, gelte es zu akzeptieren.

Quelle: Tele M1 / ArgoviaToday
veröffentlicht: 26. September 2021 16:30
aktualisiert: 26. September 2021 16:30
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