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Tierversuche

Initiative gegen Tierversuche gefährdet laut Gegnern Gesundheit

10. Januar 2022, 09:56 Uhr
Die Initiative gegen Tierversuche schade dem Forschungsplatz Schweiz. Zudem gefährde sie die Gesundheit von Mensch und Tier. So argumentiert das Nein-Komitee, das am Montag seine Nein-Kampagne lanciert hat. Abgestimmt wird am 13. Februar.
Ein Verbot von Tierversuchen gefährdet die Gesundheit und Forschung in der Schweiz – so argumentieren die Gegner der Volksinitiative, über die am 13. Februar abgestimmt wird.
© Keystone/LEANDRE DUGGAN

Es sei eine der radikalsten Vorlagen der letzten Jahre mit drastischen Folgen, argumentierten die Gegnerinnen der Initiative vor den Medien in Bern. Die Schweiz würde vom Fortschritt in der Human- und Tiermedizin abgeschnitten und dem Forschungsplatz würde massiver Schaden zufügt.

Das Nein-Komitee sorgt sich auch um die Gesundheitsversorgung in der Schweiz. Bei Annahme der Initiative könne die Schweiz weder neue Medikamente entwickeln noch importieren. Für die Entwicklung neuer Krebsbehandlungen oder für Impfstoffe gegen Covid-19 etwa sei Forschung an Tieren und Menschen jedoch nötig.

Laut Komitee verfehlt die Initiative zudem das Ziel. Tierversuche würden nicht verhindert, sondern einfach ins Ausland verlagert, wo weniger strenge Tierschutzgesetze gelten.

Betroffen von dem Verbot seien auch Bauernbetriebe. Neue Futtermittel, Stallsysteme in der Tierhaltung oder die Digitalisierung mit Melk- und Fütterungsrobotern müssten vor ihrer Zulassung getestet werden. Ansonsten stünden die Sicherheit und Gesundheit der Tiere auf dem Spiel, so das Nein-Komitee. Zudem wäre bei Annahme der Initiative das Üben von Klauenpflege und Geburtshilfe in Kursen nicht mehr möglich.

Das Volksinitiative «Ja zum Tier- und Menschenversuchsverbot – Ja zu Forschungswegen mit Impulsen für Sicherheit und Fortschritt» fordert ein bedingungsloses Verbot von Tierversuchen und Forschung am Menschen in der Schweiz. Neu entwickelte Produkte, die unter Anwendung von Tierversuchen entwickelt wurden, sollen zudem nicht mehr importiert werden dürfen. Das Parlament empfahl die Initiative ohne eine einzige Ja-Stimme zur Ablehnung. Auch der Bundesrat lehnt sie ab.

Quelle: sda
veröffentlicht: 10. Januar 2022 09:56
aktualisiert: 10. Januar 2022 09:56