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Aufräumen

Keine Lust mehr auf Unordnung? So räumst du nachhaltig auf

Matteo Fruci, 10. Januar 2022, 17:51 Uhr
Die tägliche Unordnung: Man legt eine Jacke auf das Sofa, lässt die Tasse auf dem Tisch stehen oder die Schuhe versperren den Weg durch den Flur – und schon ist das unbeliebte Aufräumen angesagt. Eine Expertin erklärt, wie du deine Wohnung in acht Schritten nachhaltig in Ordnung bringst.
Aufräumen will gelernt sein. Mit den Tipps der Aufräum-Expertin geht es einfacher.
© Getty

Der grösste Punkt beim Aufräumen sei, dass die Leute zu viele Sachen besitzen, so die Aufräum-Expertin Caroline Bamert: «Alle Schränke sind voll, alle Ablageflächen sind besetzt, vor den Schränken liegen auch nochmal Säcke oder Kisten und man kann die Sachen gar nicht mehr versorgen. So wird die Unordnung immer grösser.» Man solle immer nur so viele Gegenstände besitzen, wie man auch Platz in der Wohnung hat. Sobald dieses Verhältnis nicht mehr stimmt, beginne die Unordnung, so Bamert. Um dem vorzubeugen, hat sie das «Aufräumen mit der FEEderleicht Methode» entwickelt. Mit folgenden acht Punkten wirst du das Chaos in deiner Wohnung los.

Ja, ich will

«Man muss sich dem wirklich bewusst sein, sich in die Pflicht nehmen und Zeit einplanen», so Caroline Bamert. «Bevor du beginnst, sei dir bewusst, dass du diesen Schritt wirklich machen möchtest und es nicht schnell, schnell geht, sondern ein Prozess sein wird.» Aufräumen gehe immer viel länger als man denkt. Etwa das Zwei- oder Dreifache der vermuteten Zeit. Plane dir fix Zeit ein, wann du etwas entrümpeln möchtest. «Du hattest auch die Zeit, das ganze Gerümpel herzuschaffen», so Bamert. Man müsse sich überlegen, wie man gerne leben möchte. Eine Hilfe sei eine Collage zu basteln oder es ganz einfach aufzuschreiben. Nur wo ein Wille ist, sei auch ein Weg.

Helferlein bereitstellen

Wichtig sei es, sich für das Aussortieren Hilfe zu holen. Zum Beispiel Boxen oder Kisten, in welche man Gegenstände einsortieren kann. Diese kannst du nach Belieben anschreiben, zum Beispiel mit «Brockenstube», «Flicken», «Entsorgen» oder «Für die Schwester». Laut Caroline Bamert ist es wichtig, dass wirklich alle Gegenstände, welche das Haus verlassen, schon eine Destination haben. «Sonst entstehen Wanderdünen. Alles wandert von einer Ecke in die andere.»

Kriterien

Frage dich bei jedem Gegenstand einzeln, ob er dich glücklich macht und du ihn brauchst. «Warum möchte ich das behalten? Wann habe ich es das letzte Mal benutzt? Was würde es bedeuten, wenn ich es entsorgen würde? Was bringt es mir, wenn es nur noch im Schrank steht, nur weil ich viel Geld ausgegeben habe?»

Kategorien entrümpeln

Entrümple jedes Zimmer nach Kategorien und hole alle Gegenstände dieser Kategorie, egal wo sie sich befinden, dazu. «Das ist für mich einer der Erfolgsfaktoren. Man nimmt alle gleichen Gegenstände zu sich und dann sieht man, wie viel man von den gleichen Sachen hat. Ein Beispiel wäre das Sackmesser. Im Nachttisch hat es eins, in der Küchenschublade, im Rucksack noch ein anderes. Hier sollte man einfach mal alle Sackmesser sammeln und sich überlegen, welches man am häufigsten braucht.» Das Gleiche gilt laut Bamert auch für Kleidungsstücke. Zum Beispiel farbige Hemden oder weisse Blusen. «Je nachdem was du hast, kannst du alles so fest unterkategorisieren, dass du eine gute Übersicht hast, wie viel du von einer Sorte hast.» Nach dieser Kategorisierung falle das Aussortieren deutlich einfacher. «Es geht nicht darum, möglichst wenig zu behalten, sondern nur das, was mir Freude macht.»

Von einfach zu schwierig

Die meisten wollen immer mit dem Schwierigsten beginnen. «So funktioniert es nicht», sagt Bamert. «Das absolute Einsteigerstück ist das Apothekerkästchen. Da hat man eine gute Übersicht und kann Kategorien bilden: Schmerzmittel, Erkältungsmittel oder auch Allergie-Medikamente. Und man hängt auch an nichts. Das macht es einfacher auszumisten.» Nach dem Apothekerkästchen macht man am besten gleich das Badezimmer, danach den Schuh- und Kleiderschrank und dann die Küche. Ganz wichtig: nicht im Keller und Dachstock beginnen.

Ein fester Ort für alles

Ordnung könne man nur behalten, wenn jeder Artikel seinen festen Platz oder seine Kategorie hat, so Bamert. Alle Tassen an einem Ort, alle Schuhe an einem Ort oder auch alle Kugelschreiber an einem Ort. «Es ist nicht möglich, nachhaltig aufgeräumt zu leben, wenn nicht jedem Artikel ein Ort zugewiesen wird», unterstreicht die Aufräum-Expertin.

Nicht gleichzeitig putzen

Aufräumen geht oft Hand in Hand mit Putzen. Dies muss man aber strikt trennen, sonst komme man nicht vom Fleck, sagt Bamert. «Wenn man den Schrank leergeräumt hat, putzt man den auch gleich richtig. Das ist aber eine grosse Falle, weil Putzen viel einfacher ist als Aufräumen. Man sieht den Dreck, nimmt den Lumpen und putzt. Die grosse Gefahr ist, dass man als Ersatzhandlung zu putzen beginnt, wenn man beim Aufräumen ins Stocken kommt und müde wird.» Darum: zuerst aufräumen und entrümpeln, danach putzen.

Das A und O: Entsorgen

Die aussortierten Gegenstände so schnell wie möglich aus dem Haus bringen. «So kommt man nicht in Versuchung, Sachen doch wieder zurückzuholen und sie sind dann wirklich weg, wir haben die Luft, die wir möchten.» Grundlegend sei, dass man sich vorher überlegt, was man wo hinbringt, so Bamert.

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 12. Januar 2022 08:05
aktualisiert: 10. Januar 2022 17:51