Nicht das «verflixte 7. Jahr»

Nach zehn Jahren sind Paare am wenigsten zufrieden

21. Dezember 2021, 12:09 Uhr
Oftmals spricht man vom «verflixten 7. Jahr», wonach Beziehungen häufig in die Brüche gehen. Und tatsächlich: In den ersten Beziehungsjahren nimmt die Zufriedenheit kontinuierlich ab. Den Tiefpunkt erreichen Paare aber erst nach dem zehnten Beziehungsjahr.
Im Alter von 65 Jahren stabilisiert sich die Beziehungszufriedenheit gemäss einer Studie auf einem hohen Niveau. (Archivbild)
© KEYSTONE/GAETAN BALLY

Das berichten Psychologinnen der Universität Bern in der Fachzeitschrift «Psychological Bulletin». Das Team fasste die Ergebnisse von 165 Studien zusammen, in die insgesamt Daten von 165’000 Personen aus 16 Ländern eingeflossen waren.

Tiefpunkt nur vorübergehend

Der 10-Jahre-Tiefpunkt sei allerdings nur vorübergehend, sagte Erstautorin Janina Larissa Bühler gemäss einer Mitteilung der Universität Bern vom Dienstag. Die Zufriedenheit in der Beziehung steige dann typischerweise wieder an, bis 20 gemeinsame Jahre vergangen seien. Danach folge noch einmal eine leichte Abnahme.

Einen weiteren Tiefpunkt identifizierten die Forschenden bei den 40-Jährigen. Gemäss Bühler ist es die Midlife Crisis, die sich in der Beziehung abzeichnet. Immerhin: Nach der Krise geht es wieder bergauf, und die Zufriedenheit stabilisiert sich ab einem Alter von 65 Jahren «auf einem hohen Niveau».

Eltern zufriedener als kinderlose Paare

Zudem ging aus der Studie hervor, dass Eltern tendenziell etwas weniger zufrieden sind mit der Beziehung als kinderlose Paare. Andere Merkmale wie Geschlecht, ein gemeinsamer Haushalt, Nationalität oder Familienstand schlugen sich nicht auf das beobachtete Zufriedenheitsmuster nieder.

Die Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer waren zwischen 20 und 76 Jahre alt, und ihre Beziehung dauerte zwischen drei Monaten und 46 Jahren.

Quelle: sda
veröffentlicht: 21. Dezember 2021 12:08
aktualisiert: 21. Dezember 2021 12:09
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