Paul Scherrer Institut

Neuer Corona-Test soll auch Verlauf vorhersagen können

24. Januar 2022, 19:58 Uhr
Forscher der Universität Basel und des Paul Scherrer Instituts haben einen neuen Covid-19-Schnelltest entwickelt. Dieser soll anhand einer Blutabnahme beim Patienten direkt Antikörper feststellen können. Die Analyse soll auch mithilfe eines Handys funktionieren.
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Quelle: TeleM1

Die Universität Basel und das Aargauer Paul Scherrer Institut (PSI) haben in Zusammenarbeit einen neuen Corona-Test entwickelt. Wie das PSI in einer Mitteilung schreibt, soll dieser nicht nur in der Anwendung einfacher sein, sondern auch um einiges zuverlässiger. Anders als die bisherigen Antigen-Tests misst der neu entwickelte Corona-Test nämlich nicht die Bestandteile des Virus, sondern die Antikörper, die das Immunsystem als Reaktion auf die Infektion produziert. Dies verspricht eine höhere Aussagekraft.

Für die getesteten Personen wird es ebenfalls angenehmer: Ein Piks in den Finger genügt, keine Stäbchen mehr in der Nase und kein Speichelsammeln mehr. Doch nicht nur Corona-Antikörper kann der neue Test feststellen, sondern auch Grippe-Antikörper. Zudem soll der Test schneller in der Anwendung sein, da die Mediziner mit der Blutprobe direkt nach der Abnahme unter dem Mikroskop feststellen können, ob der Patient bereits Corona-Antikörper gebildet hat.

Auch die Entwicklung der Krankheit lasse sich mit dem neuen Test beurteilen: «Anhand der Signalstärke kann man erkennen, ob das Immunsystem gut reagiert und ein milder Verlauf zu erwarten ist – oder ob es womöglich sogar überreagiert und Komplikationen drohen», erklärt Studien-Erstautor Thomas Mortelmans, Doktorand am Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel.

Weniger falsche Resultate

Bei einer Studie mit 122 Antigen-Schnelltests fiel jeder fünfte durch und erwies sich somit als unzuverlässig. Das soll sich dank des neuen Antigen-Schnelltests des PSI jedoch ändern. In der Studie des PSI wurden 29 Blutproben getestet, 19 davon waren von Infizierten und zehn von nicht infizierten Personen. Der Test konnte alle bis auf einen falsch-negativen Test erkennen.

Dieses Resultat ist laut Forschenden sehr vielversprechend, wie das PSI in der Mitteilung schreibt: «Natürlich müssen wir für eine fundierte Aussage über die Zuverlässigkeit noch viel mehr Testungen durchführen und es gibt noch eine Menge Verbesserungspotenzial», sagt Yasin Ekinci, Leiter des Labors für Röntgen-Nanowissenschaften und -Technologien am PSI.

Test soll auch bei Speichel anwendbar sein

Der Test soll zukünftig noch einfacher in der Durchführung werden. Momentan arbeiten Forscher daran, dass der neue Test nicht nur bei Blut, sondern auch bei Speichelproben funktioniert und dass die Analyse statt mit dem Mikroskop auch mit einer Handykamera durchgeführt werden kann.

Ein Test dauert laut dem PSI noch zwischen zehn und 30 Minuten. Er liesse sich aber auch in zwei Minuten durchführen. Die Forscher arbeiten deshalb auch an der Verkürzung der Analysezeit.

(red.)

Quelle: ArgoviaToday/Tele M1
veröffentlicht: 24. Januar 2022 16:14
aktualisiert: 24. Januar 2022 19:58
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