Schweiz

Rudolf Strahm wehrt sich gegen Zensur

Unfreiwilliger Abgang

Rudolf Strahm wehrt sich gegen Zensur

· Online seit 17.02.2023, 19:18 Uhr
Nach vierzehn Jahren schrieb Rudolf Strahm seine letzte Kolumne für den Tagi. Wie er auf seiner privaten Webseite schreibt, sei sein Abgang nicht freiwillig gewesen und seine Kolumne habe man gegen seinen Willen gekürzt.
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Am 14. Februar erschien das letzte Werk des Kolumnisten Rudolf Strahm für den «Tages-Anzeiger». Darin schrieb er über die Strombranche und deren Relevanz. Auf seiner Webseite veröffentlicht Strahm die Kolumne ebenfalls – inklusive eines Seitenhiebs an seinen ehemaligen Arbeitgeber: «Hier vollständig wiedergegeben. Inklusive Kürzung durch Redaktion gegen den Willen des Autors, siehe PS am Ende des Artikels», heisst es.

Unfreiwilliger Abgang

Strahm wollte sich am Schluss seiner Kolumne mit folgenden Worten verabschieden: «Das ist nach vierzehn Jahren meine letzte Kolumne. Sie endet nicht freiwillig. Die neue Chefredaktion des Tages-Anzeigers will die Beiträge neu ausrichten. Ich habe mit meinen Kolumnen gern zur Einordnung der Politik beigetragen. Mit Analysen aus einer gewissen Distanz, Unabhängigkeit und Weitsicht habe ich mich an jene Generation gewandt, die noch Zeitung liest und politisch reflektiert. Dabei habe ich versucht, dem Motto ‹Audiatur et altera pars› – Höre auch den andern – gerecht zu werden. Allen Leserinnen und Lesern danke ich für das Interesse an meinen Beiträgen. – Rudolf Strahm»

Mehrere Kolumnisten und Kolumnistinnen ausgetauscht

In einem letzten Absatz auf der Webseite schreibt er, dass man seine an die Leserschaft gerichteten Abschiedsworte in der Print-Version der Zeitung gänzlich weggelassen und in der Online-Version um den fett gedruckten Abschnitt gekürzt habe. Informiert habe man ihn darüber nicht.

Zusammen mit Strahm enden auch die literarischen Auftritte dreier weiterer Kolumnisten im «Tages-Anzeiger». Wie es zu dem breiten Auswechseln der Kolumnistinnen und Kolumnisten kam, wollte auch «Klein-Report» von der Tageszeitung wissen. Wie das Medium schreibt, sei von seitens der TX-Group bis Donnerstagmorgen noch keine Antwort eingegangen.

(roa)

veröffentlicht: 17. Februar 2023 19:18
aktualisiert: 17. Februar 2023 19:18
Quelle: Today-Zentralredaktion

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