Höhere Rohstoffpreise

Schweizer Schoggi wird wegen Ukraine-Krieg teurer

17. April 2022, 08:24 Uhr
Schweizer Schoggi hat einen stolzen Preis – dies liegt nicht zuletzt auch an den Rohstoffpreisen. Diese drohen nun während des Ukraine-Kriegs noch weiter zu steigen. Welche konkreten Auswirkungen dies haben könnte, erklärt der CEO von Camille-Bloch im Interview mit der «SonntagsZeitung».
Schoggi wurde in der Pandemie nicht weniger konsumiert. Allerdings mehr zu Hause und weniger unterwegs: Camille-Blochs Umsatz sank von 60 auf 50 Millionen Franken.
© Keystone
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Die Schweizer Schokoladenmarke Camille-Bloch ist bekannt für gefüllte Schoggi aus der Schweiz. Ragusa und Torino sind die zwei wohl bekanntesten Produkte, die aus der Fabrik im bernischen Courtelary stammen. Osterhasen von Camille-Bloch gibt es allerdings keine – dies weil sie mit Füllung viel zu schwer und deshalb «übergewichtig» wären, wie der CEO Daniel Bloch im Interview mit der «SonntagsZeitung» erklärt.

Schoggi aus dem Ausland wird immer beliebter

Er leitet den Familienbetrieb seit über 25 Jahren. Im Gespräch mit der «SonntagsZeitung» äussert er sich auch zum Trend, dass immer mehr ausländische Schoggi in der Schweiz konsumiert wird. Waren es im Jahr 2000 noch 20 Prozent, stieg der Anteil 2021 auf 42 Prozent. «Schweizer Marken, die ausländische Schoggi verkaufen, verwässern Swiss made», so Bloch. Aus wirtschaftlicher Sicht verstehe er dies allerdings, die Rohstoffe seien im Ausland viel billiger. Früher seien inländische Produktion noch in Form von Ausgleichszahlungen unterstützt worden, heute verschwänden solche Kompensationszahlungen zunehmend.

Folgen des Krieges schwer abzuschätzen

Die hohen Rohstoffpreise dürften auch in Zukunft ein Problem sein, denn der Krieg in der Ukraine werde sich höchstwahrscheinlich auch auf die Schokoladenpreise auswirken, so Bloch. Höhere Rohstoffpreise führten zu teurerem Verpackungsmaterial und Transport. Auch die hohen Energiepreise werde man wohl bei Camille-Bloch spüren. Ebenfalls könnten indirekte Auswirkungen auf den Kakaoanbau in Afrika nicht ausgeschlossen werden.

(lorl)

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 17. April 2022 08:29
aktualisiert: 17. April 2022 08:29