Schweiz - Belarus

Tichanowskaja begrüsst Sanktionen der Schweiz gegenüber Belarus

16. März 2022, 18:34 Uhr
Die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja begrüsst die verschärften Sanktionen gegen das Regime von Machthaber Alexander Lukaschenko. Das Regime sei im Krieg Russlands gegen die Ukraine zum Komplizen geworden, sagte Tichanowskaja in Bern.
Die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja bedankt sich nach einem Treffen mit Parlamentsmitgliedern in Bern für die Unterstützung in der Schweiz.
© KEYSTONE/PETER KLAUNZER

Zum dritten Mal seit dem Herbst 2020 traf die belarussische Oppositionführerin und Bürgerrechtlerin Mitglieder des eidgenössischen Parlaments. Empfangen wurde ihre Delegation am Mittwoch von Nationalratspräsidentin Irène Kälin (Grüne/AG).

«Sehr traurige und tragische Rolle»

Von der Schweiz forderte Tichanowskaja in einem vor den Medien abgegebenen Statement, belarussische Vermögen aufzuspüren und zu blockieren. So könne dieses Geld nicht für den Krieg verwendet werden. Die Bürgerrechtlerin dankte für die Schweizer Unterstützung für den Kampf gegen Unterdrückung und Tyrannei in ihrem Land.

Gesprochen haben die beiden Delegationen über den russischen Angriff auf die Ukraine und die «sehr traurige und tragische Rolle», die das offizielle Belarus in diesem Konflikt spiele, wie Kälin sagte. Auch die Menschenrechte in Belarus seien ein Thema gewesen.

Tichanowskaja würdigte die im Februar aus der Haft in Belarus freigelassene schweizerisch-belarussische Doppelbürgerin Natallia Hersche. «Sie ist meine persönliche Heldin und eine Heldin für alle Belarussen.» Hersche war im September 2020 bei einer Kundgebung gegen das Regime von Lukaschenko festgenommen worden. 

Geisel des Regime

Wie Tausende Belarussen sei Hersche vom Regime als Geisel genommen worden, sagte Tichanowskaja. Sie dankte den Schweizer Diplomaten für das Engagement für Hersches Freilassung. «Ich bitte Sie, nicht nachzulassen, bis alle unsere politischen Gefangenen frei sind.»

Der Angriff Russlands auf die Ukraine bedeute für Belarus eine neue Realität. Der Kampf für Menschenrechte und Demokratie sei nun zum Kampf um Unabhängigkeit und Souveränität geworden, nicht nur von Belarus, sondern auch der Ukraine, sagte Tichanowskaja. Die Mehrheit der Menschen in Belarus sei gegen den Krieg in der Ukraine.

Es war bereits das dritte Treffen zwischen Schweizer Ratsmitgliedern und der belarussischen Oppositionsführerin: Im Oktober 2020 traf eine Delegation des Nationalrates unter der Leitung der damaligen Nationalratspräsidentin Isabelle Moret (FDP/VD) Tichanowskaja in deren Exil in der litauischen Hauptstadt Vilnius.

Im März 2021 wurde Tichanowskaja vom damaligen Nationalratspräsidenten Andreas Aebi (SVP/BE) und einer parlamentarischen Delegation zum Gespräch empfangen.

Quelle: sda
veröffentlicht: 16. März 2022 18:34
aktualisiert: 16. März 2022 18:34
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