Ständeratswahlen

Thierry Burkart gelingt Glanzresultat – wer folgt ihm im November ins Stöckli?

22.10.2023, 18:52 Uhr
· Online seit 22.10.2023, 16:11 Uhr
Während der bisherige FDP-Ständerat Thierry Burkart im ersten Wahlgang die Wiederwahl deutlich schaffte, kommt es für den zweiten Sitz wie erwartet zu einem zweiten Wahlgang im November. Das sind die Reaktionen zu den Ständeratswahlen im Aargau.

Quelle: Tele M1 / ArgoviaToday

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Die Aargauerinnen und Aargauer haben gewählt. Der erste Wahlgang zeigte dabei keine Überraschung, die Ergebnisse sind so eingetroffen wie prognostiziert.

Burkart souverän als FDP-Ständerat bestätigt

Der bisherige Ständerat Thierry Burkart (FDP) holt sich wie erwartet im ersten Wahlgang das absolute Mehr und liegt mit 105'897 Stimmen vorne. Fast 10'000 Stimmen holt Burkart mehr als er für das absolute Mehr gebraucht hätte. «Ich freue mich sehr über das Ergebnis», so Burkart. «Ich bin überwältigt, dass mir die Aargauerinnen und Aargauer so viel Vertrauen entgegenbringen. Die Freude ist gross, dass es im ersten Wahlgang gereicht hat.» Auf die Frage, wer sich Burkart für die Zusammenarbeit wünscht, sagt er, dass es für ihn keine Rolle spiele, die Entscheidung liege einzig und allein bei den Wählerinnen und Wähler.

Für Politologe Mark Balsiger ist das Ergebnis keine allzu grosse Überraschung: «Burkart war von jeher ein Sicherheitspolitiker und war immer sehr präsent. Und die gesellschaftlichen Themen und Bedürfnisse spielen dem FDP-Politiker in die Karten. Er konnte nach dem Überfall auf die Ukraine im Februar 2022 sehr an Profil gewinnen.»

SVP erfreut über das Ergebnis

SVP-Kandidat Benjamin Giezendanner liegt nach dem ersten Wahlgang auf dem zweiten Platz und verfehlt mit 86'430 Stimmen das absolute Mehr. Dieses lag bei 96'112 Stimmen. Das bedeutet, dass am 19. November der zweite Ständeratssitz gewählt wird. «Es ist schon ein erfreuliches Ergebnis heute, allerdings war ich auch sehr nervös», sagt Giezendanner im Interview bei Tele M1. «Es gibt einen zweiten Wahlgang und jetzt gilt es, alles daran zu setzen, den zweite Platz zu behalten und neben Burkart den Aargau vertreten zu dürfen.»

Quelle: Tele M1 / ArgoviaToday

Für Balsiger ist es keine Überraschung, dass Giezendanner auf dem zweiten Platz liegt. «Mit der stärksten Partei im Rücken muss er der erste Kandidat nach Burkart sein. Es wird erst beim zweiten Wahlgang spannend, je nachdem was die nachfolgenden Parteien machen.»

Kräfte sollen nun gebündelt werden

Die erste Verfolgerin ist SP-Kandidatin Gabriela Suter. Sie kommt mit 51'930 Stimmen auf den dritten Platz. «Ich freue mich sehr über das Ergebnis. Ich spüre einen sehr grossen Rückhalt in der Bevölkerung.» Es ist allerdings noch offen, ob sie im November nochmals gegen Benjamin Giezendanner antreten wird. «Wir müssen schauen, wer die beste Kandidatin ist, wer das grösste Mobilisierungspotential in sich trägt.» Da es unter den Parteien eine Abmachung geben soll, wird am Sonntag noch nicht bekanntgeben, welche Frau antreten wird, erklärt Suter im Gespräch.

Quelle: Tele M1 / ArgoviaToday

Die Kandidatin mit den meisten Stimmen bedeutet nicht, dass diese auch die beste Kandidatin ist, wie Balsiger erklärt. «Die Parteien werden jetzt analysieren müssen, wer von den Kandidatinnen die meisten Stimmen ausserhalb der eigenen Partei geholt hat.» Das sei ein wichtiger Punkt, um nochmals so viele Stimmen wie möglich zu holen. «Giezendanner hat schon einen enormen Vorsprung einfahren können, daher muss der Fokus auf den Panaschierstimmen liegen, wenn zwischen Suter, Binder-Keller und Kälin eine Kandidatin gewählt wird.

Wer in den Ring steigt, ist offen 

Dahinter platziert sich Mitte-Kandidatin Marianne Binder-Keller mit 48'414 Stimmen. «Das Rennen ist noch völlig offen. Dass Thierry Burkart das absolute Mehr im ersten Wahlgang erreicht, ist völlig verdient – er ist unser Ständerat», sagt Binder im Tele-M1-Interview. Ob sie im zweiten Wahlgang gegen Benjamin Giezendanner von der SVP antritt, will auch sie am Sonntag noch nicht bekanntgeben. «Von mir gibt es heute noch keine Absichtserklärung. Wir analysieren morgen die Ergebnisse und besprechen das mit der Partei», sagt Binder.

Quelle: Tele M1 / ArgoviaToday

Auf Binder-Keller folgt Irène Kälin (Grüne) auf dem 5. Platz mit 38'511 Stimmen. «Ich habe das so erwartet, im Vergleich habe ich eine kleine Partei im Rücken und dafür ist es ein gutes Ergebnis», so Kälin. Jetzt müssen allerdings die Kräfte gebündelt werden. «Für uns ist es wichtig, dass neben Thierry Burkart auch eine Frau den Aargau im Ständerat vertritt.» Wer das im zweiten Wahlgang im November sein wird, ist aktuell noch nicht sicher. «Dafür ist heute auch nicht der richtige Tag. Heute ist eher der Tag um allen ‹Danke› zu sagen, welche den Frauen ihre Stimme gegeben haben», sagt Kälin weiter.

Die Kandidatin der GLP, Barbara Portmann (20'692 Stimmen) und Lilian Studer von der EVP (16'499 Stimmen) blieben chancenlos.

Wer als aussichtsreiche Kandidatin nun mit Benjamin Giezendanner um den zweiten Sitz im Ständerat kämpft, wird sich in den nächsten Tagen zeigen. Die Wahlbeteiligung lag bei knapp 46 Prozent.

veröffentlicht: 22. Oktober 2023 16:11
aktualisiert: 22. Oktober 2023 18:52
Quelle: ArgoviaToday

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