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Wer in der Schweiz campen will, muss dieses Jahr früher buchen

16. Mai 2022, 15:35 Uhr
Die Gemeinschaft von Schweizer Campings und Ferienwohnungen sagt einen guten Sommer voraus – auch für Jugendherbergen, weil Asien-Backpacker hier Ferien machen. Finanziell weniger positiv sind die Aussichten für Reka-Feriendörfer, wo momentan Flüchtende leben.

Der Ausblick auf die kommenden Monate ist bei fast allen Mitgliedern der IG Parahotellerie «überaus positiv», wie die Organisation am Montag mitteilte. Der Interessensgemeinschaft angeschlossen sind BnB Switzerland, Interhome, Reka, die Schweizer Jugendherbergen (SJH) und TCS Camping. Alle fünf Partner zusammen verbuchen jährlich rund drei Millionen Logiernächte in der Schweiz.

Camping-Trend hält an

Die TCS-Campingplätze verzeichnen laut der Mitteilung einen Buchungsanstieg von über 240 Prozent. Und dies nicht etwa gegenüber der Coronazeit, sondern im Vergleich mit dem Vorkrisensommer 2019.

Es zeige sich, dass die vielen Schweizerinnen und Schweizer, die während der Pandemie das Campieren für sich entdeckt haben, diese Art des Reisens weiterhin schätzen würden. «Der Campingtrend, der schon vor Corona eingesetzt hat und durch die Pandemie verstärkt wurde, setzt sich erfreulicherweise fort», wird Oliver Grützner, Leiter Tourismus und Freizeit beim TCS, in der Mitteilung zitiert.

Buchungen erst knapp vor den Ferien

Viele Gäste würden ihre Campingplätze zudem deutlich früher buchen. Viele ahnen bereits, dass die Plätze in den Sommerferien sehr voll werden. Während der Pandemie habe sich das Buchungsverhalten verschoben: Reisende buchten ihre Ferien jeweils sehr knapp, aus Unsicherheiten wegen der sich ständig verändernden Situation.

Nicht nur auf den Campingplätzen dürfte es diesen Sommer voll werden. Gemäss IG Parahotellerie verzeichnen auch Ferienwohnungen mehr Buchungen. Bei Interhome beispielsweise hat sich die Zahl der Reservationen im Vergleich zum Sommer 2019 mehr als verdoppelt.

Ersten Tendenzen zufolge stammt über die Hälfte der Buchungen von Gästen aus der Schweiz. Doch auch die ausländischen Gäste machen wieder mehr Ferien in Schweizer Ferienwohnungen. Gefragt seien vor allem Ferien im Tessin, gefolgt vom Berner Oberland und dem Wallis.

Ukrainische Flüchtlinge in Reka-Feriendörfer

Bei den Reka-Feriendörfern bleiben die Aussichten für den Sommer weniger positiv. Dies allerdings aus einem sehr löblichen Grund: Reka stellt das Feriendorf Lenk Flüchtenden aus der Ukraine zur Verfügung. Somit fällt dieses weg.

Zudem eröffnet das neu gebaute Feriendorf Lugano-Albonago drei Monate später als ursprünglich geplant. Dadurch fehlen Kapazitäten. Die Belegung liege aktuell fünf Prozent unter dem Wert von 2019, der Umsatz vier Prozent tiefer.

Jugendherbergen bei Backpackern beliebt 

Besser steht es um die Schweizer Jugendherbergen, die nach aktuellem Stand 7,7 Prozent mehr Buchungen verzeichnen. Sie profitieren unter anderem davon, dass vor allem im asiatischen Raum nach wie vor Reiserestriktionen gelten. Für reisehungrige Backpacker heisst das: Man bleibt noch einmal einen Sommer zu Hause, bevor man sich dann wieder in asiatische Hostels begibt.

(log/sda)

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 16. Mai 2022 15:37
aktualisiert: 16. Mai 2022 15:37
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