Bekiffte Soziologen?

Wirtschaftshistorikerin kritisiert Geisteswissenschaftler: Das Netz tobt!

26. Mai 2022, 09:39 Uhr
Juristerei? Wirtschaftswissenschaft? Oder doch Geisteswissenschaft? Viele Studentinnen und Studenten entscheiden sich für Letzteres. In der NZZ kritisiert nun eine Wirtschaftshistorikerin, dass Soziologen und Co. später nur einen Minimallohn hätten und zur Belastung für die Sozialwerke werden. Die Kritik kam postwendend!
Lieber kiffen als wirklich lernen: Wirtschaftshistorikerin kritisiert die Geisteswissenschaftler. Die Reaktionen kamen schnell.
© Keystone

Rund 47'000 Geistes- und Sozialwissenschaftler würden derzeit an Schweizer Universitäten studieren, so die Wirtschaftshistorikerin Andrea Franc im Interview mit der NZZ. Für die Dozentin ist klar: Pflegerinnern und Polymechaniker müssten die Teilzeit-Akademiker aus den Bereichen Sozialwissenschaft und Geisteswissenschaft mitfinanzieren.

Namentlich viele Geisteswissenschaftler seien in Minipensen tätig und verzichteten auf einen vollen Erwerb. Viele würden absitzen und sich durchs Studium kiffen, so Franc. «Andere zeigen sich gegenseitig ihre Ferienbilder oder schiessen auf dem Handy Zwerge ab. Wer sich so an der Wirtschaftsfakultät verhält, fliegt durch die Prüfung.» Das Fazit der promovierten Wirtschatshistorikerin ist klar: «Die Studenten vergeuden ihre Zeit.» Die Reaktionen im Netz kamen schnell: Von «Bashing der Geisteswissenschaft» bis zu «hochproblematisch» ist alles dabei.

«Studis vergeuden die Zeit in deinen Vorlesungen»

Die Ansicht der promovierten Wirtschaftshistorikerin Franc stösst vielen sauer auf. So etwa Tanja Miljanovic. Die Historikerin macht ihrem Ärger auf Twitter Luft: «Die Studis vergeuden wertvolle Zeit, und zwar jedes Mal, wenn sie in eine deiner Veranstaltungen kommen.»

Auch der Direktor des Instituts für Wirtschaftsethik an der Universität St.Gallen ärgert sich auf Twitter: «Polymechanik statt Philosophie: Heute mal wieder Bashing der Geisteswissenschaft.» Und Dozent Ulrich Kaiser doppelt nach: «An der Universität Zürich hatte ich in 14 Jahren noch keine bekifften Studierende im Hörsaal (und ja, ich würde das 100% erkennen).»

Andere Twitter-User fragen sich, ob die Dozentin Franc einfach nur «frustriert über ihre Studenten ist». Wieder andere nehmen es mit Humor:

Auch wenn es vereinzelt auch positive Twitter-Reaktionen zu lesen sind, so bleibt die grosse Mehrheit ernüchtert. Eine Professorin der Universität Neuchâtel etwa schreibt: «Diese einseitige Darstellung von Studierenden/Geisteswissenschaften ist hochproblematisch. Wünsche Differenzierung statt Polarisierung.»

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 26. Mai 2022 09:34
aktualisiert: 26. Mai 2022 09:39
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