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Nationale Impfwoche

Zu Besuch auf der Intensivstation: «Ungeimpfte sterben, obwohl es nicht nötig wäre»

8. November 2021, 17:06 Uhr
Mit einer nationalen Impfwoche will der Bund seit Montag mehr Menschen zum Impfen animieren. Noch immer hinkt die Schweiz in Sachen Impfquote hinterher – das können die meisten Mitarbeitenden der Intensivstation im Kantonsspital Aarau nicht verstehen.
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Quelle: ArgoviaToday / Severin Mayer

«Besonders speziell war es jetzt in der letzten Zeit, während der vierten Welle, in der wir Patienten bei uns sterben sahen und dachten, das wäre jetzt nicht nötig gewesen.» So fasst Mathias Nebiker, Chefarzt der Intensivstation im Kantonsspital Aarau, die letzten Wochen zusammen. Man habe viele ungeimpfte Patienten mit schweren Verläufen behandelt, die mit einer Impfung vermeidbar gewesen wären. In Zahlen ausgedrückt: Auf der IPS in Aarau wurden seit Ende August insgesamt 51 Personen wegen Corona behandelt, davon waren zwei vollständig geimpft.

Rotationen bei der Pflege

Im Moment werden zwei Patienten mit schweren Verläufen behandelt. Pflegende und Ärzte kümmern sich im Ganzkörper-Schutzanzug um die Corona-Patienten, mit Maske und Augenschutz. Das gehe an die Substanz, sagt Martin Balmer, Leiter der Pflege auf der Intensivmedizin. «Es bereitet den Pflegenden grosse Mühe. Man schwitzt, hat warm, bekommt kaum Luft. Das einen Tag lang zu machen, bedarf nachher längerer Erholungszeit.»

Deshalb hat das KSA eine Rotation bei den Mitarbeitenden eingeführt. So kommen Pflegekräfte auch mit Patienten in Berührung, die nicht an Corona erkrankt sind. Wir haben die IPS besucht – im Video bekommst du einen Einblick in den Alltag der Mitarbeitenden des KSA.

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 8. November 2021 17:14
aktualisiert: 8. November 2021 17:06