Reisewelten

Auf den Spuren des ersten Spionagerings der USA

28. Oktober 2022, 11:44 Uhr
Der erste Spionagering der USA hatte seinen Ursprung auf Long Island. Viele der historischen Stätten, an denen der sogenannte «Culper Spy Ring» aktiv war, sind heute für die Öffentlichkeit zugänglich – ein Muss für jeden Geschichtsfan.

Unter der Führung von General George Washington hat sich während des Amerikanischen Unabhängigkeitskriegs im Jahr 1778 auf Long Island der berühmte «Culper Spy Ring» gegründet. Eine kleine Gruppe bestehend aus Männern und Frauen versorgte George Washington mit geheimen Informationen über die politischen und militärischen Pläne und Absichten der Briten.

George Washington selbst hat einmal gesagt, dass er nur mithilfe des Spionagerings die Amerikanische Revolution gewinnen konnte. Heute entführen die historischen Stätten an der Nordseite von Long Island Besucher auf eine Reise zurück ins späte 18. Jahrhundert, als Long Island der Ort der Intrigen unter der britischen Militärbesetzung war. Viele der historischen Stätten, an denen der Culper Spy Ring aktiv war, sind heute für die Öffentlichkeit zugänglich – darunter das Brewster House, das Thompson House und die Raynham Hall.

Washingtons Spy Trail

Die Route 25A, auch als Washington's Spy Trail und früher als The King's Highway bekannt, umrandet den Long Island Sound, seine Häfen und Meeresarme. Historische Sehenswürdigkeiten ermöglichen Neugierigen eine Reise in die Vergangenheit, als Long Island den Nährboden für Intrigen unter der britischen Militärbesetzung bot. Die Raynham Hall in Oyster Bay wurde 1738 erbaut und war die Heimat der Familie Townshend, die während des Unabhängigkeitskriegs zum Spionagering gehörte. Das Haus wurde damals von britischen Offizieren besetzt. Heute ist es für Besucher geöffnet. Ausserdem lohnt sich ein Halt in Setauket: Hier kann die Gaststätte Brewster House besichtigt werden, in der Joseph Brewster den britischen Truppen Unterhaltung bot – und sie gleichzeitig ausspionierte.

Ganz in der Nähe, in der Dyke Road, steht der Wegweiser zum Woodhull Home – bis zum Haus der Informanten Anna Smith Strong und Abraham Woodhull ist es nur ein kurzer Fussmarsch die Strongs Neck Road hinunter. Im Thompson House lassen sich die Namen der Spione in den Aufzeichnungen der beiden Spione nachlesen. Ausserdem empfiehlt sich ein Spaziergang über die Main Street, das Village Green und über den Kirchhof, auf dem berühmte Einwohner Setaukets begraben sind.

Die Hinrichtungsinsel

Etwas makaber wird eine Bootsfahrt zum Execution Rocks Leuchtturm, eine legendäre kleine Insel inmitten des Long Island Sound vor Sands Point. Diese abgelegene Insel erhielt ihren Namen von britischen Kolonialbehörden, welche bei Ebbe in Ungnade gefallene Sklaven und Rebellen an die Felsen fesselten, damit diese im steigenden Wasser ertranken. Bei einer einstündigen Tour mit dem Port Washington Water Taxi kann man den Leuchtturm auch aus der Nähe entdecken.

Execution Rocks Light auf Long Island.

© Getty Images

Unterwegs auf historischen Pfaden

Während der Revolution wohnten viele britische Soldaten und hochrangige Offiziere im Sagtikos Manor in West Bay Shore. Nach dem Krieg bereiste Präsident George Washington das Gebiet, um den treuen Patrioten zu danken, und verbrachte laut seinem persönlichen Tagebuch die Nacht im Sagtikos Herrenhaus. Long Island feiert seine revolutionäre Geschichte am Culper Spy Day im September. Eine Reihe von Organisationen erwecken Washingtons Spionagering zum Leben: mit authentischen Nachstellungen historischer Schlachten, sogenannten Battle Reenactments, kolonialen Kochvorführungen, Kunsthandwerk sowie Touren entlang des Spy Trails sind ein Muss für jeden Geschichtsfan.

(red.)

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 30. Oktober 2022 11:04
aktualisiert: 30. Oktober 2022 11:04