Reisewelten

So bunt ist Jamaikas Hauptstadt Kingston – was ein Schweizer damit zu tun hat

Manuel Wälti, 24. November 2022, 10:51 Uhr
Reggae, Palmen, Sonne. Natürlich erfüllt Jamaika all diese Klischees. Immer wieder betont der Karibikstaat aber, dass Jamaika auch viel Kultur besitzt. Ein Schweizer hat viel dazu beigetragen.

Dass Jamaika mehr zu bieten hat als Strand und Reggae, hat kürzlich auch Condé Nast Traveler betont. Das renommierte Reisemagazin hat deshalb die jamaikanische Hauptstadt Kingston neben Oslo, New Orleans, Ägypten und Menorca zu den Top-Reisezielen 2022 für Kulturliebhaber erklärt.

Zu verdanken hat es das zu einem Teil auch Ueli Bangerter. Der Schweizer wuchs in Kloten auf. «Ich sah immer die Flugzeuge in die weite Welt fliegen. Das Thema Fernweh war deshalb bei mir omnipräsent.». Der Zürcher besuchte die Hotelfachschule und zog 1998 nach Jamaika. «Ich habe es nie bereut.»

Der Zürcher Ueli Bangerter ist 1998 von Kloten nach Jamaika ausgewandert. «Ich habe es nie bereut.»
© Zur Verfügung gestellt

Wenn Ueli Bangerter über Jamaika spricht, kommt er aus dem Schwärmen nicht mehr heraus. «Ausser Schnee hat Jamaika eigentlich alles zu bieten. Natürlich haben wir die schönsten Strände und das ganze Jahr über Badewetter. Aber wir haben auch eine riesige Kultur: Reggae, Rastafari, Rum und den weltbesten und einen der teuersten Kaffees.» Auch die Landschaft sei schlichtweg atemberaubend, erzählt Bangerter im Interview. «Die vielen Flüsse und die hohen Berge – und all das auf einer Fläche, welche einem Viertel der Schweiz entspricht.»

Über Kingston meint Bangerter, dass es neben der Hauptstadt auch gleich das kulturelle Zentrum Jamaikas sei. Am bekanntesten sei wohl der Stadtteil Trenchtown, wo die Welthits von Bob Marley und den Wailers entstanden sind. «Diese Kultur lebt heute noch weiter, in allen Bars und Clubs.» Dazu gebe es jeweils eine Woche nach Ostern den Karneval «Das ist ein riesen Event.»

Der Schweizer hat aber selbst auch Hand angelegt, um die Kultur Jamaikas zu bewahren und weiterzuentwickeln. Um denn Verfall der Altstadt zu verhindern, habe er damals zusammen mit seinen Geschäftspartnern und der Non-Profit-Organisation «Kingston Creative» den Art District ins Leben gerufen. «Wir lassen alte Häuser durch die besten Künstler mit Kunstwerken bemalen oder reparieren Strassen. Zudem organisieren wir jeden letzten Sonntag im Monat den ‹Art Walk› mit Musik, Tanz, Drinks und feinem Essen.»

Kultur ist aber nicht die einzige Leidenschaft des Zürchers. Er führt im Zentrum des Business und Art Districts in Kingston ein Restaurant. Er freut sich auch immer wieder, wenn er Schweizer bewirten und ihnen seine Geheimtipps für Jamaika verraten kann.

Hier kannst du den Beitrag von Radio Argovia anhören:

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 20. November 2022 10:41
aktualisiert: 24. November 2022 10:51