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National League

Biel gewinnt denkwürdiges Berner Derby gegen Bern

13. Januar 2022, 06:10 Uhr
Im Berner Derby zwischen Biel und Bern fallen die Tore am Laufmeter. Biel gewinnt das Spektakel im Seeland mit 8:7 nach Verlängerung. Mehr Tore fielen in der National League in dieser Saison noch nie.
Die Zuschauer in Biel erlebten im Berner Derby ein wahres Torfestival
© KEYSTONE/PETER KLAUNZER

Ausserdem feierte in den drei Partien vom Mittwoch der HC Davos gegen die SCL Tigers seinen ersten Sieg im neuen Jahr (4:1) und Lugano (7.) verlor das Duell am oberen Playoff-Strich gegen die ZSC Lions (6.) mit 2:3.

Eine gute Nachricht für die National League gab es ausserdem von der Champions Hockey League. Auch nächste Saison werden fünf Schweizer Teams am Europacup teilnehmen können, primär weil wegen der Coronavirus-Probleme (Teams nicht in Bestbesetzung, abgesagte Partien, sogar in den Playoffs) die aktuelle Saison für die Mehrjahreswertung nicht berücksichtigt wird.

Bieler Spektakel-Sieg gegen Bern

In Biel erlebten 6039 Zuschauer das womöglich spektakulärste Spiel der Saison. Der EHC Biel lag gegen Bern nach zwölf Minuten mit 0:3 hinten, lag ausserdem dreimal mit zwei Treffern zurück (2:4, 3:5, 4:6), siegte aber letztlich mit 8:7 in der Verlängerung.

Biel führte nur einmal - ganz zum Schluss der Partie. Gaëtan Haas erzielte nach 63:20 Minuten in doppelter Überzahl das Siegestor. Gleich zwei Berner sassen auf der Strafbank, weil sich Captain Simon Moser ein Foul leistete und Trainer Johan Lundskog danach weit übers Tolerierbaren hinaus reklamierte.

Der Berner Frust war verständlich. Die Berner sahen über weite Strecken wie die sicheren Sieger aus - weil der EHC Biel in der Defensive so schwach wie selten spielte. Aber die Berner passten sich dem defensiven Schlendrian an - und liessen so die Bieler immer wieder ins Spiel zurück.

Zu den Verlierern des Abends zählte Berns zweiter Torhüter Daniel Manzato, der erstmals seit dem 10. Dezember wieder spielen durfte, nach fünf Gegentoren aber ausgewechselt wurde. Beide Teams wechselten den Goalie.

Biel gewann auch die vierte Partie im neuen Jahr, derweil Bern von den letzten neun Partien bloss noch zwei gewonnen hat.

Davoser Premieren gegen SCL Tigers

Dem HC Davos gelangen beim 4:1-Erfolg über die SCL Tigers gleich mehrere Premieren. Nach dem 0:4 24 Stunden zuvor in Genf erzielten Dominik Egli und Yannick Frehner die ersten Davoser Goals im neuen Jahr. Die beiden Treffer lancierten im zweiten Abschnitt die Wende vom 0:1 zum 2:1, auf welcher der erste Davoser Sieg 2022 fusste. Und im dritten Heimspiel gegen die Langnauer schaffte Davos erstmals eine defensiv akzeptable Leistung und den ersten Sieg (zuvor 1:6 und 4:5).

Besänftigung fand auch der Davoser Headcoach Christian Wohlwend. Nach der Niederlage in Genf hatte sich Wohlwend fürchterlich darüber aufgeregt, dass seine Davoser nach langer Covid-Pause weit hatten reisen müssen zu einem Gegner, der zuvor schon im neuen Jahr hatte spielen können. Diesmal war es umgekehrt: Langnau bestritt seine erste Partie nach mehr als drei Wochen Pause, musste weit reisen und beklagte ausserdem elf Absenzen (verletzt und krank).

Telegramme und Tabelle:

Biel - Bern 8:7 (2:3, 3:3, 2:1, 1:0) n.V.

6039 Zuschauer. - SR Wiegand/Fluri, Obwegeser/Meusy. - Tore: 8. Moser (Varone, Bader) 0:1. 11. Kast 0:2. 12. Daugavins (Kahun) 0:3. 17. Hofer (Grossmann, Cunti/Powerplaytor) 1:3. 20. (19:40) Sallinen 2:3. 21. (20:31) Daugavins 2:4. 25. (24:28) Hügli 3:4. 26. (25:47) Thomas (Daugavins, Kahun/Powerplaytor) 3:5. 27. (26:36) Stampfli 4:5. 37. (36:26) Kahun (Daugavins/Powerplaytor) 4:6. 37. (36:59) Künzle 5:6. 42. Hofer (Cunti/Powerplaytor) 6:6. 51. Andersson (Kast, Kahun) 6:7. 57. Künzle (Cunti) 7:7. 64. Haas (bei 5 gegen 3) 8:7. - Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Biel, 3mal 2 plus 5 Minuten (Sciaroni) plus 2mal Spieldauer (Sciaroni, ) gegen Bern. - PostFinance-Topskorer: Rajala; Kahun.

Biel: van Pottelberghe (27. Paupe); Stampfli, Lööv; Jakowenko, Grossmann; Schneeberger, Forster; Christen; Hischier, Haas, Rajala; Brunner, Cunti, Künzle; Hügli, Sallinen, Hofer; Kessler, Froidevaux, Tanner; Schläpfer.

Bern: Manzato (41. Wüthrich); Untersander, Henauer; Andersson, Beat Gerber; Pinana, Colin Gerber; Hänggi; Thomas, Kahun, Daugavins; Fahrni, Varone, Moser; Jeremi Gerber, Kast, Bader; Sciaroni, Neuenschwander, Berger.

Bemerkungen: Biel ohne Fey, Rathgeb (beide verletzt), Delémont, Karaffa und Korpikoski (alle krank), Bern ohne Jeffrey, Scherwey (beide verletzt), Praplan und Thiry (beide krank).

Davos - SCL Tigers 4:1 (0:1, 2:0, 2:0)

2834 Zuschauer. - SR Piechaczek (GER)/Dipietro, Stalder/Huguet. - Tore: 16. Sturny (Loosli) 0:1. 26. Dominik Egli (Ambühl, Rasmussen) 1:1. 38. Frehner 2:1. 48. (47:02) Julian Schmutz (Nygren, Corvi/Powerplaytor) 3:1. 48. (47:39) Knak (Simic/Powerplaytor) 4:1. - Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Davos, 1mal 2 plus 5 Minuten (Blaser) plus Spieldauer (Blaser) gegen SCL Tigers. - PostFinance-Topskorer: Ambühl; Olofsson.

Davos: Aeschlimann; Nygren, Barandun; Dominik Egli, Wellinger; Zgraggen, Jung; Heinen; Ambühl, Corvi, Rasmussen; Frehner, Chris Egli, Julian Schmutz; Simic, Prassl, Pospisil; Wieser, Canova, Knak; Ritzmann.

SCL Tigers: Punnenovs; Schilt, Erni; Blaser, Elsener; Grossniklaus, Leeger; Aeschbach, Guggenheim; Grenier, Flavio Schmutz, Olofsson; Sterchi, Diem, Pesonen; Loosli, Berger, Sturny; Langenegger, Lapinskis, Schärz.

Bemerkungen: Davos ohne Stoop (krank), Bromé, Nussbaumer (beide verletzt) und Stransky (gesperrt), SCL Tigers ohne Huguenin, Mayer, Petrini, Weibel (alle krank), Melnalksnis, Saarela, Salzgeber, Schweri, Stettler, Zaetta und Zryd (alle verletzt). - 45. Prassl verletzt ausgeschieden.

National League. Die Resultate vom Mittwoch: Lugano - ZSC Lions 2:3 (0:1, 2:1, 0:1). Davos - SCL Tigers 4:1 (0:1, 2:0, 2:0). Biel - Bern 8:7 (2:3, 3:3, 2:1, 1:0) n.V.

Rangliste: 1. Fribourg-Gottéron 34/71 (115:84). 2. Rapperswil-Jona Lakers 35/67 (116:88). 3. Biel 36/66 (112:90). 4. Zug 33/65 (105:79). 5. Davos 36/65 (107:89). 6. ZSC Lions 36/64 (119:98). 7. Lugano 35/51 (101:101). 8. Genève-Servette 34/47 (88:99). 9. Lausanne 33/46 (88:94). 10. Bern 34/46 (100:98). 11. Ambri-Piotta 36/40 (86:101). 12. SCL Tigers 36/32 (102:131). 13. Ajoie 34/18 (61:148).

Quelle: sda
veröffentlicht: 12. Januar 2022 22:50
aktualisiert: 13. Januar 2022 06:10