Go for Gold!

Das sind die Aargauer Winter-Olympioniken

Sharina Frey, 1. Februar 2022, 19:34 Uhr
Lasst euch vom fehlenden Schnee im Flachland nicht täuschen: Die Aargauerinnen und Aargauer haben in Sachen Wintersport ganz schön was auf dem Kasten. Und diese sechs Aargauer Hoffnungsträger beweisen es!

Am Freitag starten die Olympischen Winterspiele in Peking mit der Eröffnungsfeier. Auch der Aargau kann sich freuen, denn die folgenden verheissungsvollen Talente kommen alle aus unseren Rängen. Dürfen wir vorstellen?

Berenice Wicki

Sie ist mit gerade mal 19 Jahren die Jüngste im Aargauer Olympia-Bunde. Die Snowboarderin aus Ennetbaden wird in Peking die Halfpipe rocken. Viel Privates über sich Preis gibt das Talent nicht. Dafür sind ihre Social Media Accounts gefüllt mit Bildern ihrer Competitions. So wurde sie zuletzt zehnte in Laax, am Mammoth Mountain in den USA sogar sechste. Und das war auch nötig, denn nur mit mindestens zwei Klassierungen in den Top 12 oder einer Platzierung unter den besten Acht im Weltcup war ihr eine Reise nach Peking sicher. Laut aargauersport.ch hatten diese Selektionskriterien es gleich doppelt in sich: Einerseits, weil Berenice Wicki vor dieser Saison im Weltcup noch nie in die Top 12 gesprungen war und andererseits, weil es in diesem Winter nur drei Weltcups gab. Gepackt hat sie es aber und wir dürfen gespannt sein, was Berenice in Peking abliefert. Ihre erste Competition startet am 9. Februar um 02.30 Uhr.

Lena Marie Lutz

Die Buchserin komplettiert das Schweizer Fraueneishockeyteam. Wie die junge Aargauerin zum Eishockey kam, erzählte sie im Interview mit der International Ice Hockey Federation IIHF.

«Mein Bruder und ich hörten Lärm vom Eisfeld her und wollten schauen gehen. Meine Mutter und mein Vater hoben uns über die Bande. Sie spielten Eishockey da drin. Wir sagten, wir wollen das auch machen», so Lutz im Interview. Mit einem breiten Grinsen fügt sie an: «Seither spiele ich Hockey.» Und genau das wird die Aargauer Stürmerin auch in Peking für uns tun. Das erste Spiel startet bereits vor der offiziellen Eröffnungsfeier, nämlich am 3. Februar um 05.10 Uhr – der Gegner heisst Kanada.

Nicolas Gygax

Den Traum, fliegen zu können, hatten wir wohl alle schon. Als Ski-Freestyler Aerials lässt Nicolas Gygax aus Islisberg diesen Traum für sich wahr werden. Saltos und Drehungen kombiniert er zu Kunstsprüngen in luftiger Höhe. Sein Motto: «Don't crack under pressure». Schon seit seiner Kindheit ist Gygax fasziniert vom Skifahren. Mit sieben Jahren kam dann auch noch sein Interesse fürs Kunstturnen hinzu. Seine beiden Leidenschaften kombinierte er schliesslich im Alter von 15 Jahren und entdeckte mit Aerials die perfekte Sportart für sich. Heute hat er einen straffen Trainingsplan, welcher ihn seinem Ziel, eine Olympiamedaille zu gewinnen, immer näher bringt. Los geht es für ihn dann am 10. Februar.

Melanie Hasler

Die Bob-Pilotin kommt aus Berikon und tritt sowohl im Zweier- als auch im Monobob an. Ihre sportliche Karriere startete sie allerdings mit Volleyball, wechselte dann 2017 aber zum Bobsport. So oder so: Sport dominierte schon immer das Leben der heute 23-Jährigen. Sie absolvierte nämlich nicht nur die Sport-Sekundarschule, sondern zog auch gleich das Sport-KV nach. Die Aargauerin mit dominikanischen Wurzeln braucht den Nervenkitzel und das Adrenalin. Ihre Reise nach Peking dokumentiert sie fleissig auf Instagram. Für ihre Fahrten wird sie das Handy dann aber bestimmt weglegen und Vollgas geben. Ernst gilt es für sie am 13. Februar. Hasler ist nach einer Oberschenkelverletzung eventuell noch ein wenig gehemmt. Besonders beim Start hatte sie an der EM Mitte Januar noch wertvolle Zeit verloren.

Sandro Michel

Ebenfalls mit dem Bob unterwegs ist Sandro Michel aus Gipf-Oberfrick. Der 25-Jährige wird die Bahn im Zweier- und Viererbob meistern. Und es ist ein Glück, konnte er die Reise nach China überhaupt antreten: Den Heimweltcup und die EM in St. Moritz verpasste er noch verletzungsbedingt. Er schrieb auf seiner Instagram-Page: «Beim Einlaufen für das 4er-Rennen in Winterberg (DE) zog ich mir letzten Sonntag einen Muskelfaserriss in der linken Wade zu. Die Reha hat bereits begonnen und ich bin zuversichtlich, dass ich für die Olympischen Spiele in Peking im Februar wieder voll einsatzfähig sein werde!» Und genau das dürfte der Fall sein. Am letzten Januartag postete er jedenfalls fleissig Stories seiner Reise nach Peking. Er kann China auch noch fast zwei Wochen geniessen: Seine erste Fahrt ist für den 14. Februar angesetzt.

Team Tirinzoni mit Silvana Tirinzoni

Auch wenn die 42-Jährige dem Aargau in Sachen Wohnort den Rücken gekehrt hat (sie wohnt nun in Dielsdorf, Zürich), als Skip des Curlingteams aus Aarau trägt sie die Hoffnungen des Rüeblilands mit nach Peking. Auf der offiziellen Seite des Team Tirinzoni wird Silvana zitiert: «Als ich mit 10 Jahren zum ersten Mal einen Stein gespielt hatte, wusste ich sofort, dass Curling meine Sportart ist… und nach all den Jahren bin ich noch immer mit dem Virus infiziert.» Dabei ist aber zu erwähnen, dass Tirinzoni erst seit 2019 voll und ganz auf den Sport setzt. Zuvor arbeitete sie bei einer Bank. Der erste Stein der Schweizerinnen wird in Peking am 10. Februar kurz nach zehn Uhr gespielt.

Natürlich haben nicht nur unsere Aargauer Sportlerinnen und Sportler Chancen auf eine Medaille. Auch diese Schweizer Profis kämpfen in Peking um einen Platz auf dem Podest.

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 1. Februar 2022 20:09
aktualisiert: 1. Februar 2022 20:09
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