EM-Achtelfinals

England überwindet Deutschland-Trauma und steht im Viertelfinal

29. Juni 2021, 21:52 Uhr
England darf weiterhin auf einen EM-Final im Londoner Wembley-Stadion hoffen. Im Klassiker gegen Deutschland siegen die Engländer dank zwei Toren in der Schlussphase mit 2:0.
Harry Kane und Raheem Sterling (Nummer 10) jubeln im Wembley-Stadion
© KEYSTONE/EPA/Andy Rain / POOL

Nach einer gefälligen ersten Halbzeit ereignete sich in der zweiten Halbzeit eine halbe Stunde lang wenig - bis Raheem Sterling in der 75. Minute den entscheidenden Angriff zuerst initiierte und nach Stationen über Harry Kane, Jack Grealish und Luke Shaw aus kurzer Distanz vollendete. Elf Minuten später sorgte Kane nach einem englischen Konter nach Flanke von Aston Villas Keyplayer Grealish für die Entscheidung.

England, das seit dem WM-Titel 1966 nichts mehr gewonnen hat, kann nun vom ganz grossen Wurf träumen. Bis zum Final wäre Dänemark der nominell stärkste mögliche Gegner. «Die Jungs haben eine irrsinnige Mentalität gezeigt. Es war jede Menge Druck da», befand Captain Harry Kane, der im vierten Spiel zum ersten Mal traf.

Bei den Deutschen endete mit der Niederlage Joachim Löws Ära als Nationaltrainer nach 15 überwiegend erfolgreichen Jahren und 198 Spielen ohne Happy End. «Die Enttäuschung ist sehr gross. Im Nachhinein gibt es Dinge, die man hätte besser machen können», erklärte der 61-Jährige hörbar geknickt im ARD-Interview. Goalie Manuel Neuer nannte als Hauptgrund für das Aus den grösseren Willen der Engländer: «In den Situationen, in denen sie ihre Tore schossen, waren sie gieriger als wir bei unseren Chancen.»

Grealishs Einwechslung, Sterlings Treffer

Mit Grealishs Einwechslung nach 69 Minuten gab Southgate der Partie die entscheidende Wendung. Wenig später lieferte Sterlings Treffer der spannungsgeladenen, aber vom spielerischen Unterhaltungswert zu diesem Zeitpunkt etwas abgeflachten Partie den benötigten Impuls. Fortan ging es vor den rund 43‹000 überwiegend englischen Zuschauern wieder hin und her. Wobei die Deutschen dem Ausgleich sehr nahekamen. Sechs Minuten nach Sterlings Treffer zog Thomas Müller plötzlich alleine auf Jordan Pickford los. Doch der torlose Stratege des deutschen Offensivspiels schoss knapp am linken Pfosten vorbei.

Der Triumph über den in den letzten Monaten nicht überzeugenden Weltmeister von 2014, der die vier letzten Duelle in K.o.-Runden gegen die Three Lions gewonnen hatte, war knapp, aber verdient. Nur in der Anfangsphase der Partie waren die Gäste die bessere Mannschaft.

Nach einem ausgezeichneten Steilpass von Müller zog Leon Goretzka früh gefährlich los Richtung englisches Tor. Der für Ilkay Gündogan in die Startelf gerückte Mittelfeldspieler wurde aber gerade noch vor dem Strafraum von Declan Rice gestoppt, und der folgende Freistoss von Havertz wurde geblockt. Nach einer halben Stunde verpasste zudem eine Flanke von Kimmich zudem den Kopf von Gosens knapp und parierte Jordan Pickford einen Schuss des von Havertz in die Tiefe geschickten Werner.

Hummels› Rettungstat vor der Pause

Es waren bis zu Müllers letzter Chance und einem von Pickford über das Tor gelenkten Weitschuss-Volley von Kai Havertz (48.) Deutschlands beste Möglichkeiten. Dem Treffer am nächsten kamen schon in der ersten Hälfte die Engländer. Ein Fehlpass von Müller machte Sterling den Weg in den Strafraum frei. Nach Intervention des bereits verwarnten Matthias Ginter kam der Ball zu Kane. Der wiederum war gerade dabei, Neuer zu umkurven, als Hummels in extremis dazwischen grätschte. Einen Weitschuss von Sterling und einen Kopfball von Maguire hatte Neuer früher in der Partie sicher pariert.

Englands Führung war aufgeschoben, aber nicht aufgehoben. Nach vier Auftritten in London erwartet die Briten am 3. Juli in Rom das erste und einzige Auswärtsspiel im Turnier.

England - Deutschland 2:0 (0:0)

London. - 41'973 Zuschauer. - SR Makkelie (NED). - Tore: 76. Sterling (Shaw) 1:0. 86. Kane (Grealish) 2:0.

England: Pickford; Walker, Maguire, Stones; Trippier, Phillips, Rice (88. Henderson), Shaw; Saka (69. Grealish), Kane, Sterling.

Deutschland: Neuer; Ginter (87. Can), Hummels, Rüdiger; Kimmich, Goretzka, Kroos, Gosens (88. Sané); Havertz, Müller (92. Musiala); Werner (68. Gnabry).

Bemerkungen: Deutschland ohne Hofmann und Klostermann (beide verletzt). Verwarnungen: 8. Rice (Foul). 25. Ginter (Foul). 45. Phillips (Foul). 72. Gosens (Foul). 77. Maguire (Foul).

Quelle: sda
veröffentlicht: 29. Juni 2021 21:05
aktualisiert: 29. Juni 2021 21:52
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