Nationalteam

Schweiz bezwingt Frankreich erneut

17. April 2022, 19:55 Uhr
Zwei Tage nach dem 4:2 in Megève gewinnt das Schweizer Nationalteam auch den zweiten Test gegen Frankreich im Rahmen der WM-Vorbereitung, diesmal in Basel 4:1.
Erneut Grund zum Jubeln: Die Schweizer Eishockey-Nati mit Doppel-Torschütze Nando Eggenberger (mitte)
© KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS

Das entscheidende 2:1 erzielte Luca Hischier in der 53. Minute, als die Schweizer zum fünften Mal Powerplay spielten. Der Bruder von NHL-Star Nico Hischier lenkte einen Schuss von Santeri Alatalo mit dem Bein ab. In der 58. Minute erhöhte Ken Jäger mit einem weiteren Ablenker auf 3:1, ehe Nando Eggenberger 20 Sekunden vor dem Ende in Überzahl mit seinem zweiten Treffer in dieser Partie den Schlusspunkt setzte. Jäger und Eggenberger trugen sich im vierten respektive fünften Länderspiel erstmals in die Torschützenliste ein. Es war ein mehr als verdienter Sieg.

Zwar hatten die Schweizer auch die ersten zwei Drittel deutlich dominiert, dennoch stand es nach 40 Minuten 1:1. Eggenberger brachte die Einheimischen in der 19. Minute nach einem schönen Solo in Führung. «Da war auch etwas Glück dabei, schlussendlich haben wir uns aber alles erarbeitet», sagte der Stürmer der Rapperswil-Jona Lakers.

Im Mittelabschnitt liessen die Schweizer gar nur fünf Torschüsse der Franzosen zu (total 20) - zwei weniger als im ersten Drittel -, dennoch gelang den Gästen in der 38. Minute der Ausgleich. Der Berner Goalie Philip Wüthrich, der zum zweiten Mal nach dem 1:7 gegen die Slowakei am letztjährigen Deutschland Cup für die Schweiz spielte, verlor nach einem Abschluss von Verteidiger Fabien Bourgeois kurz die Orientierung, was der bei Ajoie tätige Lou Bogdanoff ausnutzte. Insgesamt zeigte Wüthrich einen sehr soliden Auftritt.

Vor dem Ausgleich waren die Schweizer fahrlässig mit ihren Chancen umgegangen, beispielsweise schossen Tristan Scherwey (24.) und Jason Fuchs (27.) aus aussichtsreichen Positionen daneben. Zudem hatten sie Pech, als Fuchs in der 12. Minute am Pfosten scheiterte. Am Ende zahlte sich die Überlegenheit aber doch noch aus. «Es fehlte die Abgeklärtheit», sagte Nationaltrainer Patrick Fischer zur mangelnden Effizienz. Diese führte er auch darauf zurück, dass einige junge Spieler im Team sind, die noch nicht oft dabei waren. Allerdings sei es in der Offensive nicht einfach, «da die Franzosen die Räume engmachten.»

Dass die Mannschaft in der Schlussphase für die Differenz sorgte, machte Fischer umso mehr Freude, als er keine Rücksicht auf die Partien nimmt und hart trainieren lässt. Deshalb ging er davon aus, dass irgendwann mal die Luft draussen ist. «Kompliment, dass die Spieler mental frisch geblieben sind.» Mit der Leistung in der Defensive war Fischer ebenfalls sehr zufrieden, die Schweizer standen noch solider als im ersten Duell am Karfreitag. «Jene Dinge, die wir in der defensiven Zone und im Forechecking umsetzen wollten, machten wir», sagte Fischer.

Nach einem freien Montag geht die Vorbereitung am Dienstag weiter. Es wird je ein Torhüter, Verteidiger und Stürmer zum Team dazustossen, verlassen muss die Mannschaft keiner. Eggenberger sagte zum Konkurrenzkampf: «Jeder will zeigen, was er kann, gleichzeitig haben wir viel Spass miteinander.» Am Donnerstag und Samstag treffen die Schweizer in Rosenheim zweimal auf Deutschland - gegen den Erzrivalen gingen die letzten zwei Spiele verloren.

Telegramm:

Schweiz - Frankreich 4:1 (1:0, 0:1, 3:0)

Basel. - 2035 Zuschauer. - SR Borga/Kohlmüller, Schlegel/Progin. - Tore: 19. Eggenberger (Frick) 1:0. 38. Bogdanoff (Bourgeois, Suire) 1:1. 53. Hischier (Alatalo, Loeffel/Ausschluss Baazzi) 2:1. 58. Jäger (Karrer, Riat) 3:1. 60. Eggenberger (Miranda, Alatalo) 4:1. - Strafen: je 7mal 2 Minuten.

Schweiz: Wüthrich; Fora, Alatalo; Karrer, Frick; Loeffel, Le Coultre; Glauser, Delémont; Künzle, Thürkauf, Scherwey; Bertschy, Fuchs, Hischier; Riat, Jäger, Rod; Miranda, Heim, Eggenberger; Fahrni.

Frankreich: Papillon; Cantagallo, Gallet; Baazzi, Bault; Thiry, Boscq; Bourgeois, Prissaint; Maia, Boudon, Gutierrez; Leclerc, Plagnet, Hordelalay; Bogdanoff, Colotti, Bozon; Bruche, Loizeau, Suire.

Bemerkungen: Schweiz ohne Fazzini (überzählig) und Nyffeler (Ersatzgoalie). - Pfosten-Lattenschüsse: 12. Fuchs, 59. Fuchs. - Schüsse: Schweiz 51 (17-16-18); Frankreich 20 (7-5-8). - Powerplay-Ausbeute: Schweiz 2/6; Frankreich 0/6.

Quelle: sda
veröffentlicht: 17. April 2022 19:55
aktualisiert: 17. April 2022 19:55
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