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Hund oder Katze?

Deine Haustiervorliebe sagt viel über deine politische Einstellung aus

Nico Conzett, 9. Januar 2022, 11:08 Uhr
Konservative haben lieber Hunde, Linksorientierte bevorzugen Katzen. Eine kanadische Studie scheint dieses Vorurteil zu bestätigen. Eine Konstellation, die auf den ersten Blick jede Menge Widersprüche zu beinhalten scheint. Wie sieht es bei dir aus – stimmen politische Präferenz und Haustier bei dir überein?
Wenn du dieses Kätzchen nicht süss findest, wählst du eher rechts – zu diesem Ergebnis kommt eine kanadische Studie.
© Getty Images

Es ist so eine Sache mit Studien. Schnell einmal stellt man die Sinnhaftigkeit von gewissen wissenschaftlich angelegten Untersuchungen infrage – zum Beispiel wenn Forschende versuchen zu belegen, dass Stripperinnen mehr Trinkgeld erhalten, wenn sie gerade ihren Eisprung haben (stimmt anscheinend). In dieselbe Kategorie fällt der Versuch, zu beweisen, dass Tauben Gemälde von Claude Monet und Pablo Picasso unterscheiden können (können sie tatsächlich auch).

Eine willkommene Abwechslung in Coronazeiten

Auch wenn diese Fragestellungen vollkommen absurd scheinen, so schaffen sie es immerhin, uns zu unterhalten – gerade in Zeiten der Corona-Tristesse eine willkommene Abwechslung, was Gesprächsthemen angeht. Ähnlich, aber wohl sogar ein wenig realitätsrelevanter, verhält es sich mit einer kürzlich erschienenen Publikation der University York aus dem kanadischen Toronto. Psychologen haben dort, auf die USA bezogen, untersucht, wie sich die Präferenzen von Konservativen und Linksorientierten unterscheiden, was die ultimative Haustierfrage – Hund oder Katze – angeht.

Die Ergebnisse sind durchaus interessant – und lassen jede Menge Interpretationsspielraum zu. So kommt das Forschungsteam aufgrund seiner Auswertungen nämlich zum Schluss, dass Konservative Hunde als Haustier gegenüber Katzen bevorzugen und diese allgemein nicht viel mit den Fellnasen anfangen können. Frühere Untersuchungen haben indes schon aufgezeigt, dass Linksliberalismus häufiger mit einer Vorliebe für Katzen in Verbindung gebracht wird.

Vermeintlich offensichtliche Gegensätze

Doch weshalb ist das eigentlich so? Die Charaktereigenschaften der beiden Lieblingshaustiere des Menschen stehen auf den ersten Blick nämlich in einem ziemlichen Gegensatz zu den Positionen, die man mit den jeweiligen politischen Ausrichtungen assoziert.

Katzen gelten bekanntlich als eigenwillig und eigensinnig, zeigen bei jeder Gelegenheit ihre Abneigung gegenüber Autoritäten und suchen sich gerne selbst aus, wem sie Sympathiebekundungen zukommen lassen und wem nicht. Ausserdem können sie sowohl gegenüber Artgenossen als auch anderen Tieren ziemlich gemein sein. Passt wirklich gar nicht zur Linken, die sich Gleichheit, Gerechtigkeit und Toleranz dick auf die Fahne schreibt und das bei jeder Gelegenheit zu untermauern versucht.

Auf der anderen Seite die Hunde, die nicht umsonst als «beste Freunde des Menschen gelten», weil sie meist brav das machen, was man ihnen sagt, stets freundlich sind und sich der Harmonie zuliebe gerne anderen Lebewesen unterordnen. Ziemlich widersprüchlich zu den Attributen, die man für gewöhnlich mit Konservativen in Verbindung bringt. Oder hat die SVP schon jemals ohne Gegenrede – oder gar der Harmonie zuliebe – einem Vorschlag aus einer anderen politischen Stossrichtung zugestimmt?

Es darf spekuliert und philosophiert werden

Wieso die Haustiervorliebe bei vielen Menschen mit der politischen Einstellung zu korrelieren scheint, darüber lässt sich nur spekulieren. Genauso auch darüber, wieso es vermeintlich offensichtliche Gegensätze gibt.

Ein Ansatz: Dass Personen, welche sich persönlich klar einem politischen Lager zuordnen, gerade das Tier bevorzugen, das eigentlich besser zu den Werten des direkten Kontrahenten passt, ist vielleicht Ausdruck dafür, dass Linke und Rechte im Grunde gar nicht so verschieden sind – und die Zuwendung zu einem bestimmten Weltbild sich vielleicht doch vor allem durch die soziale Prägung und weniger durch naturgegebene Charaktereigenschaften ergibt. Oder aber zumindest dafür, dass die landläufigen Vorstellungen, wie Menschen ticken, halt eben keineswegs in Stein gemeisselt sind.

Autoren: Eine durchaus relevante Studie

Die Ergebnisse und deren Interpretation bieten Diskussionsstoff, genauso wie die Frage nach der Relevanz dieser Studie. Die Autoren sind sich nämlich sicher, dass sie mit ihrer Untersuchung einen wertvollen Beitrag leisten. So schlussfolgern sie nämlich, dass «die Unterschiede im politischen Spektrum offenbar bis in den Alltag hineinreichen und sogar eher entfernte Phänomene wie Haustierpräferenzen beeinflussen». Das wiederum solle dazu führen, dass man ein besseres Verständnis dafür bekomme, warum parteipolitische Unterschiede so schwer zu überbrücken sind.

Wie sieht es bei dir aus? Stimmen deine Haustiervorliebe und deine politische Haltung überein?

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 9. Januar 2022 11:03
aktualisiert: 9. Januar 2022 11:08