Wahr oder Humbug?

Deshalb sollst du zum Jahreswechsel nicht arbeiten

31. Dezember 2022, 20:20 Uhr
Wer denkt, mit Aberglaube nichts zu tun zu haben, der irrt gewaltig – vor allem kurz vor dem Jahreswechsel. Kaum ein anderer Tag beruft sich so sehr auf Volksglauben wie Silvester oder die Tage zwischen den Jahren. Da wird auch mal gerne auf Wäsche waschen verzichtet. Warum das so ist, erklären wir dir hier.
In den Nächten vor Silvester findet so mancher Aberglaube Einzug in unseren Alltag.
© KEYSTONE/Jean-Christophe Bott
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Die Stunden im Jahr 2022 sind gezählt. Und wie jedes Jahr gesellt sich zu den guten Vorsätzen auch der Aberglaube. Und mit ihm so einige Volksglauben, die viele von uns seit Jahren begleiten oder von denen wir zumindest schon mal gehört haben. Um diese etwas besser zu verstehen, müssen wir uns mit den Tagen vor Silvester beschäftigen, den sogenannten Raunächten.

Je nach Region begannen die Raunächte entweder am 21. oder am 25. Dezember. Allerdings ist bis heute die Herkunft des Begriffs unklar. Zum einen könnten die Raunächte vom «Rauch» stammen. Zum anderen könnten sie – vom Märchen der Brüder Grimm «Allerleirauh» abgeleitet –  auf Felle verweisen, die «Rauchwaren» des Kürschnerhandwerks. Denn haarig und struppig wie ein Wolf und ein Bär stellte man sich früher die Dämonen vor, welche zur dunklen Jahreszeit ihr Unwesen trieben.

Warum du in der Silvesternacht keine Wäsche hängen lassen solltest

Der Aberglaube, zwischen den Jahren keine Wäsche zu waschen, hat mit dem Vertreiben der bösen Geister zu tun, welche in dieser Zeit ihr Unwesen treiben sollen. Die Dämonen könnten sich demnach in der zum Trocknen aufgehängten Wäsche verfangen, zornig werden und Rache üben.

Ein weiterer Aberglaube dreht sich um weisse Wäsche. Die bösen Geister, die während der Raunächte durch das Land ziehen, könnten die Wäsche stehlen. Der Überlieferung nach kehren die weissen Stoffe im neuen Jahr als Leichentuch zu ihrem Besitzer zurück.

Weitere Aberglauben in den Raunächten

Darüber hinaus durfte man morgens nicht pfeifen, denn das würde Unglück anlocken. Nägel oder Haare schneiden, solltest du ebenfalls tunlichst vermeiden. Ansonsten gibt es Gicht oder Kopfschmerzen. Zwischen den Jahren solltest du auch nicht arbeiten, sonst erreicht dich Unglück über Heim und Hof. An Silvester Geflügel essen, gilt auch als verpönt – sonst fliege nämlich das Glück davon.

Lange galt auch das Wetter in den Raunächten als Vorhersage für die kommenden zwölf Monate. Dem Aberglauben nach deutete das Wetter am 25. Dezember auf die Prognosen im Januar hin. Das Wetter am 26. Dezember auf den Februar, am 27. Dezember auf den März und so weiter. Allerdings lässt sich aus wissenschaftlicher Sicht kein Zusammenhang feststellen.

Kennst du noch einen weiteren Aberglauben? Dann schreib ihn uns in die Kommentare? 

(sib)

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 31. Dezember 2022 20:14
aktualisiert: 31. Dezember 2022 20:20