Heard-Depp-Prozess

Jury: Amber Heard hat Johnny Depp verleumdet – und muss 15 Millionen Dollar zahlen

2. Juni 2022, 06:58 Uhr
Im Verleumdungsprozess zwischen Hollywood-Star Johnny Depp (58) und seiner Ex-Ehefrau Amber Heard (36) ist die siebenköpfige Jury zu einem Urteil gekommen: Amber Heard wurde in allen Anklagepunkten für schuldig befunden.

Quelle: CH Media Video Unit / Melissa Schumacher

Nach mehreren Wochen ist der Rosenkrieg zwischen Amber Heard und Johnny Depp vorerst pausiert. Die Ex-Eheleute hatten sich in einem Verleumdungs-Prozess sechs Wochen lang gegenseitig mit schweren Vorwürfen überzogen - die über Kameras per Livestream in alle Welt verbreitet wurden. Am Mittwochabend wurde dann das Urteil der siebenköpfigen Jury verlesen — mit dem besseren Ende für Depp.

Die Jury hat Amber Heard (36) in allen Anklagepunkten für schuldig befunden. Johnny Depp (58) hatte Heard in seiner Zivilklage beschuldigt, in einem 2018 von der «Washington Post» veröffentlichten Kommentar zum Thema häusliche Gewalt falsche Aussagen gemacht zu haben. Dies habe seinem Ruf geschadet. Heard wurde zur Zahlung von insgesamt 15 Millionen Dollar verurteilt. 10 Millionen als Schadenersatz, 5 Millionen als Strafzahlung, von letzterer wird Depp aber aufgrund entsprechender Regulierungen im Bundesstaat Virginia «nur» 350'000 Dollar erhalten.

Auch Depp muss bezahlen

Doch auch Johnny Depp kommt nicht ungeschoren davon. Weil Depps Anwaltsteam in einem Artikel diffamierende Aussagen gegen Heard gemacht hat, muss Depp 2 Millionen Dollar an Amber Heard zahlen. Depp selber wurde in den von Heard inkriminierten Punkten freigesprochen.

Amber Heard: «Mein Herz ist gebrochen»

Heard liess nach dem Urteil ein Statement veröffentlichen: «Die Enttäuschung, die ich heute fühle, ist unbeschreiblich. Ich bin untröstlich, dass der Berg von Beweisen immer noch nicht genug war, um der unverhältnismässigen Macht, dem Einfluss und der Machtfülle meines Ex-Mannes die Stirn zu bieten.»

Beim Urteilsspruch war Johnny Depp übrigens nicht vor Ort. Er habe Verpflichtungen in Grossbritannien, hiess es beim TV-Sender Law&Crime. Depp liess per Statement verlauten: «Vor sechs Jahren hat sich mein Leben, das Leben meiner Kinder, das Leben derer, die mir am nächsten stehen, und auch das Leben der Menschen, die mich seit vielen, vielen Jahren unterstützen und an mich glauben, für immer verändert. Und sechs Jahre später gaben mir die Geschworenen mein Leben zurück. Ich bin wirklich dankbar.»

Panne vor Urteilsspruch

Die Jury ist um Punkt 21 Uhr zwar in den Gerichtssaal einberufen worden. Allerdings hat man auf dem Protokoll, auf welchem das Verdikt verfasst wird, einen ziemlich wichtigen Fehler entdeckt: Bei der Zeile, in der die Höhe des Schadenersatzes festgelegt werden muss, war nichts eingetragen. Heisst: Die Jury musste sich noch einmal zurückziehen, um diesen Punkt zu beraten. Wegen Verleumdung forderte Johnny Depp ursprünglich 50 Millionen Dollar Schadenersatz. Heard pochte in ihrer Gegenklage auf 100 Millionen Dollar.

Langjähriger Rosenkrieg

Der bittere Rosenkrieg tobt schon seit Jahren. 2016 hatte Heard nach nur 15 Monaten Ehe die Scheidung eingereicht. Vor rund zwei Jahren hatte Depp in London mit einer Klage gegen die Boulevardzeitung «Sun» eine Niederlage einstecken müssen. Es ging um einen Artikel, in dem behauptet wurde, Depp habe als Frauenschläger («wife beater») Heard körperlich misshandelt. Nach einem Prozess mit heftigen Vorwürfen wies der High Court die Klage am Ende ab.

(lba/mma/sda)

Quelle: ArgoviaToday / sda
veröffentlicht: 1. Juni 2022 20:10
aktualisiert: 2. Juni 2022 06:58
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