Kunst und Promis

Roger Federer ziehts zur Biennale nach Venedig

Simone Brändlin, 20. April 2022, 16:04 Uhr
Die coronabedingt um ein Jahr verschobene Kunstbiennale Venedig steht ganz im Zeichen der Pandemie und des russischen Krieges gegen die Ukraine. Die Kunstausstellung ist auch immer ein Magnet für Promis aus aller Welt - und aus der Schweiz.

Von Samstag an bis zum 27. November werden in der von ihr verantworteten Ausstellung «The Milk of Dreams» mehr als 1500 Arbeiten von 213 Künstlerinnen und Künstlern aus 58 Ländern zu sehen sein. Der Titel geht zurück auf ein Kinderbuch der surrealistischen Künstlerin Leonora Carrington (1917–2011), die darin eine sich durch Imagination ständig neu erfindende magische Welt beschreibt.

Daneben sind 80 Länder mit eigenen Pavillons Teil der Biennale, die neben der documenta in Kassel als wichtigste Ausstellung für Gegenwartskunst gilt.

Mehr Künstlerinnen eingeladen

Alemani hat zu einem ganz überwiegenden Teil Künstlerinnen eingeladen. Sie begründete dies mit «den grössten Talenten», zudem sei mit Blick auf die Geschichte der Biennale festzustellen, dass die Repräsentanz von Künstlerinnen nie auf einer gleichen Basis erfolgt sei. Auch aus Deutschland sind bis auf wenige Ausnahmen nur Künstlerinnen eingeladen.

Mit Blick auf Russland und die Ukraine sagte Alemani, es sei angesichts des Krieges noch schwieriger, über den Sinn von Kunst nachzudenken. Der russische Pavillon bleibt nach Rückzug des künstlerischen Teams leer. Die Ukraine ist durch Pawlo Makow in einem Pavillon vertreten. Biennale-Präsident Roberto Cicutto verwies zudem auf die zentrale Arbeit «Piazza Ucraina» in den Giardini. Dort sollen hinter einer Reihe aus Sandsäcken Arbeiten etwa von ukrainischer Künstlerinnen und Künstlern hinterlegt werden, die nicht reisen können.

Prominenz aus Film, Politik und Sport

Die Biennale ist auch immer wieder ein Hotspot für kunstinteressierte und kunstaffine Promis und auch Politiker. So weilt derzeit Roger Federer in Venedig und auch Bundesrat Alain Berset ist ebenfalls immer ein gern gesehener Gast auf der Kunstbiennale in Venedig. Auch Stars wie Brad Pitt oder Penelope Cruz waren in den letzten Jahr auf dem Arsenale in Venedig unterwegs.

Auch Stars wie Brad Pitt oder Penelope Cruz waren in den letzten Jahr auf dem Arsenale in Venedig unterwegs.

Künstlerin aus Marokko bespielt Schweizer Pavillon an der Biennale

«The Concert» heisst die Ausstellung, mit der die Schweiz an der 59. Kunst-Biennale in Venedig ab dieser Woche ihren Länderpavillon bespielt. Dahinter stecken die Künstlerin Latifa Echakhch, der Perkussionist Alexandre Babel und der Kurator Francesco Stocchi.

Düstere Überreste von Kunst empfangen die Besucherinnen und Besucher bereits im Vorgarten des Pavillons. Im Bau ändert sich dann die Atmosphäre von Raum zu Raum. Skulpturen, die von der volkstümlichen Bildhauerei inspiriert sind, werden zusehends von einer sich ausbreitenden Dunkelheit verschluckt - als laufe die Zeit rückwärts vom hellen Tag zum vorherigen Abend.

«Szenen der Vergänglichkeit, der Katharsis» seien das, schreibt Pro Helvetia im Vorfeld zur Eröffnung. Sie thematisierten «den Kreislauf des Lebens auf vielschichtige und komplexe Art». Zudem sei das verwendete Material, weil es von vergangenen Biennalen stammt und wiederverwertet wurde, «Teil einer Transformation».

Skulpturen und Musik

Darüber hinaus ist die Ausstellung ein Crossover von Bildender Kunst und Musik - wie der Titel ja auch verspricht. Echakhch hat mit dem Perkussionisten und Komponisten Alexandre Babel zusammengearbeitet. Er lebt in Genf und Berlin und gilt als «Referenz der experimentellen Musik», so Pro Helvetia. Entsprechend spielt «The Concert» mit Harmonien und Dissonanzen. Auch hier zeigt sich eine Ambivalenz, denn dieses Spiel ist eines «mit den gemischten Gefühlen von Erwartung, Erfüllung und Auslöschung». Die Skulpturen werden so zu einem Teil einer rhythmischen und räumlichen Interpretation.

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 20. April 2022 16:03
aktualisiert: 20. April 2022 16:04
Anzeige