Spoti-«Nei!»

Wegen Podcasts: Viele Nutzer kehren Spotify den Rücken

31. Januar 2022, 14:25 Uhr
Weil auf der schwedischen Streaming-Plattform impfkritische Podcast frei zugänglich gewesen sein sollen, kehren Nutzer und Künstler Spotify reihenweise den Rücken. Nun reagiert das Unternehmen rund um Spotify-Chef Daniel Ek.
Mit dem Streamingdienst Spotify kann man immer und überall Musik hören. Nur kehren viel Nutzer dem Unternehmen nun den Rücken. (Archivbild)
© (KEYSTONE/DPA/Fabian Sommer)

In den fraglichen Podcasts soll der amerikanische Stand-Up-Comedian und Podcaster Joe Rogan junge Menschen dazu aufgefordert haben, sich nicht gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Einigen Stars wie zum Beispiel Neil Young passte dies gar nicht. Er stellte Spotify ein Ultimatum: Entweder die Podcasts kommen weg, oder seine Musik. Zugegebenermassen fällt Neil Young wohl nicht in die Sparte «Lieblingskünstler der Spotify-Zielgruppe», aber die Angst davor, dass weitere Stars es dem kanadischen Sänger-Songwriter gleich tun würden, erzielte nun doch einen Effekt. Das, oder die vier Milliarden Dollar an Marktwert, die Spotify in der letzten Woche verloren hat.

Warnhinweis bei Coronabeiträgen

Am Sonntag verkündete Spotify-Chef Daniel Ek deshalb auf seinem Blog, es werde künftig Hinweislinks bei allen Corona-Podcasts geben, die zu offiziellen Informationsseiten weiterführen. Weiter gibt Ek zu, dass die Verantwortung in dieser Sache bei ihm und Spotify läge – dies sei ihm durch das Feedback der letzten Wochen klar geworden. Nun will er mit diesem Schritt versuchen, mehr Informationen zur Pandemie zu liefern – gerade eben an jene Personen, die sich die umstrittenen Corona-Podcasts anhören. Sie sollen über den Hinweislink Zugang zu datenbasierten Fakten und aktuellen Informationen erhalten, so Ek. Informationen, welche von Wissenschaftlern und Menschen aus dem Gesundheitswesen weltweit erarbeitet und verbreitet wurden. Noch ist aber erst die Rede davon, dass man an ebendiesen Links arbeite.

Und nun ist alles wieder im Lot?

Ob die eingeleiteten Massnahmen ausreichen, um Künstler wie Neil Young, die Nutzer und auch weitere Beteiligte wie zum Beispiel Prinz Harry zu besänftigen, wird sich in den nächsten Tagen zeigen. Auch unklar ist noch, wie der umstrittene Podcaster Joe Rogan zum neuen Reglement steht.

(sfr)

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 31. Januar 2022 14:18
aktualisiert: 31. Januar 2022 14:25
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