Mobile Ärzte AG

«Haben schon nach Alternativen gesucht» – das sind die Reaktionen zum Konkurs

14.11.2023, 22:03 Uhr
· Online seit 14.11.2023, 20:35 Uhr
Ein Paukenschlag für den Kanton – die Mobile Ärzte AG kann ihren Leistungsauftrag nicht mehr erfüllen. Dabei haben sie wichtige Aufgaben, unter anderem für die Kapo, übernommen. Wie gehts es jetzt weiter und welche Lösungen sucht der Kanton?

Quelle: Tele M1

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Von einem auf den anderen Tag steht das Team der Mobilen Ärzte AG nicht mehr zur Verfügung. Das Unternehmen mit Sitz in Allschwil (Baselland) ist Konkurs. Jedoch steht die Mobile Ärzte AG schon länger in der Kritik. Die EVP-Grossrätin Theres Dietiker hat daher vor rund zwei Jahren schon einen Vorstoss im Grossen Rat eingereicht. «Die Polizei ist unzufrieden wegen langer Wartezeiten, es gibt Menschen, welche die Mobilen Ärzten am Wochenende brauchten und auch unzufrieden waren», erklärt die Politikerin gegenüber Tele M1.

Schon länger Probleme

Die Ärzte waren dann vor allem im Einsatz, wenn die Frage aufkam, ob ein Patient oder eine Patientin in die psychiatrische Klinik muss oder nicht. Die Mobilen Ärzte sind auch ins Pflege- und Altersheim gekommen. Dort sei man aber schnell an seine Grenzen gekommen, sagt der Geschäftsführer von der Altersbetreuung Oberes Fricktal, Mitte-Grossrat André Rotzetter: «Die meisten haben bereits nach Alternativen gesucht.»

Quelle: Tele M1

Auch die Kantonspolizei Aargau hat mit dem Ärzteteam eng zusammengearbeitet, dort kam es aber auch immer wieder zu Schwierigkeiten: «Ich erzähle kein Geheimnis, wenn wir uns ohnehin schon vorher Gedanken gemacht haben, die Zusammenarbeit mit Mobile Ärzte AG irgendwann zu beenden», sagt Gesundheitsdirektor Jean Pierre Gallati. Es wäre aber schön gewesen, wenn das Ende geordneter gewesen wäre.

Mobile Ärzte AG will weitermachen

Der überraschende Konkurs stellt den Kanton vor grosse Herausforderungen: «Für uns bedeutet das jetzt, das wir ein Versorgungsproblem haben», so Gallati weiter. Der Kanton ist jetzt auf die Mithilfe der Aargauer Ärztinnen und Ärzte angewiesen. Diese müssen nun neben ihrem Tagesgeschäft auch noch nachts für Pikett-Einsätze zur Verfügung stehen.

Das sei keine einfache Aufgabe, heisst es. Aktuell arbeite man mit Hochdruck an einer neuen Lösung: «Also mittel- bis längerfristig wollen wir wieder einen Vertragspartner suchen, es bleibt uns auch nichts anderes übrig», sagt der Gesundheitsdirektor. Man stehe aktuell auch in Verhandlungen mit einem neuen Partner. «Allerdings ist noch nichts spruchreif.»

Die Mobile Ärzte AG teilte am Dienstag mit, dass sie eine neue Gesellschaft mit neuen finanziellen Mitteln gründen wollen. Mehr aber wollten sie nicht dazu sagen.

(red.)

veröffentlicht: 14. November 2023 20:35
aktualisiert: 14. November 2023 22:03
Quelle: ArgoviaToday

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