Wässerungsverbot

Landwirt darf seine Felder nicht mehr bewässern – Golfplatz aber schon

10.08.2022, 20:03 Uhr
· Online seit 10.08.2022, 20:01 Uhr
Im Kanton Aargau muss man sparsam mit dem Wasser umgehen. Ein Landwirt kann deshalb kein Wasser mehr aus der Suhre beziehen, um sein Salat in Moosleerau zu wässern. Seine Nachbarn dürfen aber ihren Golfplatz wässern, damit der Rasen wächst.

Quelle: TeleM1

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Der Gemüseproduzent Daniel Frey aus Kirchleerau macht sich seit den letzten Tagen grosse Sorgen um seinen Eisbergsalat. Seit dem Wochenende darf er seine Felder nicht mehr mit dem Wasser aus der Suhre bewässern. Zwar könnte er mit anderen Methoden sein Feld bewässern, jedoch würde ihn das rund 5000 Franken pro Wässerung kosten. «In den nächsten zwei bis drei Wochen wird es nicht regnen. Da muss man sich überlegen, ob es sich noch lohnt, das Feld weiterzubetreiben», so Frey. Nicht einmal ein lokales Gewitter würde mittlerweilegenügend Wasser bringen.

Nur ein paar Kilometer weiter ist ein Golfplatz. Auch hier gilt seit dem Wochenende ein stricktes Wasserentnahmeverbot. Der Golfclub bekam jedoch von der Gemeinde die Erlaubnis, von einem Hydranten Wasser zu beziehen, um die Greens und den Abschlag Grün zu behalten. Auf dem restlichen Feld sind die braunen Flecken seit drei Tagen jedoch deutlich zu sehen, wie Beat Mutter, Präsident Golfclub bestätigt: «Man sollte nicht Sinnlos mit dem Wasser umgehen. Man muss einfach Kompromisse eingehen in solchen Momenten.» Zwar zeigt sich der Gemüsebauer dabei verständlich, weiter stellt er sich jedoch eine Grundsatzfrage: «Wo liegt die Priorität bei uns? Liegt diese bei der Ernährungssicherheit oder doch bei den Freizeitaktivitäten?», so Frey. Weiter erläutert er, dass sich diese Frage für sich selber beantworten muss.

(red.)

veröffentlicht: 10. August 2022 20:01
aktualisiert: 10. August 2022 20:03
Quelle: ArgoviaToday

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