Unfall Oberdorf

Verhängnisvoller Fehler: Der Lastwagenchauffeur vergass wohl die Handbremse

Dario Brazerol, 13. Oktober 2022, 19:29 Uhr
Beim tragischen Unfall in Oberdorf letzten Montag wurde ein 17-jähriger Töfffahrer tödlich verletzt, weil ein Lastwagenchauffeur sein Fahrzeug verliess und dieses danach rückwärts rollte. Der Fahrer wollte vermutlich wenden und stiess am Boden an – wahrscheinlich vergass er die Handbremse.

Quelle: Tele M1

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Am Montagnachmittag kam es am Fuss des Weissensteins in Oberdorf zu einem tödlichen Fahrzeugunfall. Bekannt ist gemäss Tele M1, dass der Chauffeur eines Lastwagens ausstieg und das herrenlose Fahrzeug dann rückwärts die Strasse runtergerollt ist. Das Tragische daran: Der 17-jährige Töfffahrer, der hinter dem Sattelschlepper stand, wird dabei überfahren und tödlich verletzt.

«Das vergisst du nie»

Für die erfahrene LKW-Fahrerin Sandra Beyeler ist klar: «Es ist ein absoluter Horrorunfall für jeden Chauffeur. Ein Fehler, der leider passieren kann, aber nicht sollte.» Auch sie kenne jemanden, der in seiner Karriere eine Person mit dem Lastwagen überrollte. «Das vergisst du nie. Aber das macht niemand mit Absicht», sagt Beyeler.

Wie es zum verhängnisvollen Fehler kommen konnte, weiss Beyeler auch nicht – aber sie hat eine Vermutung: «Ich denke, er wollte umdrehen, setzte aber mit dem Auflieger am Boden auf. Dann war der LKW vielleicht einen Moment blockiert und er wollte aussteigen, um nachzusehen, hat aber wahrscheinlich vergessen, die Handbremse zu ziehen», erklärt sie es sich.

Der Fahrer fuhr vermutlich nach Navi

Dass es überhaupt zum wahrscheinlichen Wendemanöver kam, war der erste Fehler, den der Chauffeur gemäss Beyeler machte. «Er fuhr ganz sicher nach dem Navigationsgerät, da er sich nicht auskannte, aber den schnellsten Weg nach Hause Richtung Jura nehmen wollte. Aber dieser Weg, über den Weissenstein, das geht mit dem Lastwagen einfach nicht.» Ihre Aussage meint sie aber nicht als Kritik. Sie betont, dass dieser Fehler jedem passieren könnte. Sie habe in ihren 30 Jahren hinter dem Steuer zum Glück noch nie einen Unfall gehabt und hofft, dass das so bleibt.

Auf dem Weg gäbe es drei Hinweistafeln, die darauf hinweisen, dass man mit einem Sattelschlepper von höchstens zwölf Metern Länge über den Weissenstein darf – das Fahrzeug des Chauffeurs hatte eine Länge von über 16 Meter.

(crb)

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 13. Oktober 2022 19:30
aktualisiert: 13. Oktober 2022 19:30