WHO warnt

«Affenpocken-Impfung ist kein Allheilmittel»

17. August 2022, 19:30 Uhr
Nach mehreren Meldungen von Impfdurchbrüchen bei Affenpocken warnt die Weltgesundheitsorganisation WHO, das Impfen als Allheilmittel zu betrachten. Noch würden kontrollierte Studien fehlen.
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Beim Kampf gegen die Affenpocken, warnt die WHO vor verfrühtem Optimismus in Bezug auf die Impfung. Sie betonte, dass noch nicht ausreichend kontrollierte Studien vorliegen würden. Erst aus der Auswertung solcher Studien lassen sich Schlüsse über die Wirksamkeit einer Substanz ziehen.

Immer wieder Impfdurchbrüche

«Wir haben von Anfang an gewusst, dass dieser Impfstoff kein Allheilmittel sein würde, dass er nicht alle Erwartungen erfüllen würde, die in ihn gesetzt werden», sagte WHO-Affenpocken-Expertin Rosamund Lewis am Mittwoch in Genf. Das sei aber auch nicht zu erwarten gewesen. Impfdurchbrüche würden sowohl bei Menschen gemeldet, die nach einem möglichen Kontakt mit einem Infizierten geimpft wurden als auch bei jenen, die sich vorsorglich hatten impfen lassen.

Lewis betonte, dass Geimpfte mindestens zwei Wochen nach der zweiten Impfdosis warten müssen, damit der Stoff seine volle Wirksamkeit entfalten könne, ehe sie sich riskantem Verhalten aussetzen. Mehr als 90 Prozent der Affenpockenfälle werden bei Männern gemeldet, die häufigen Sex mit wechselnden Partnern haben. Sie rief diese Männer auf, die Zahl ihrer Sexualpartner zu reduzieren und Gruppensex zu vermeiden.

Zwei Dosen für besten Schutz

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RK) erfolgt eine Grundimmunisierung für Erwachsene, die in der Vergangenheit keine Pockenimpfung erhalten haben, mit zwei Impfstoffdosen Imvanex im Abstand von mindestens 28 Tagen. Während die erste Impfstoffdosis bereits einen guten Basisschutz vermittle, diene die zweite Dosis dazu, die Dauer des Impfschutzes zu verlängern. Bei Menschen, die in der Vergangenheit gegen Pocken geimpft worden seien, reiche eine Impfstoffgabe aus.

In knapp 100 Ländern wurden schon Fälle von Affenpocken verzeichnet.

© Keystone/CDC/Brian W.J. Mahy/-

Der WHO wurden bis Mittwoch mehr als 35'000 Affenpocken-Nachweise aus 92 Ländern gemeldet. Zwölf Menschen kamen ums Leben. Innerhalb einer Woche waren es 7500 Fälle, 20 Prozent mehr als in der Vorwoche. In Deutschland waren laut RKI 3213 insgesamt Affenpockenfälle gemeldet worden.

(sda/baz)

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 17. August 2022 19:31
aktualisiert: 17. August 2022 19:31