Erdähnliche Planeten entdeckt

Astronom: «Wir wären froh, wenn wir mal zum Mars reisen könnten»

13. Januar 2023, 19:45 Uhr
Die Teleskope Tess und James Webb haben neue Himmelskörper gesichtet. Zwei Planeten, die unserer blauen Kugel sehr ähnlich sein sollen. Für einen Experten ist klar: «Wir haben hinten und vorne keine Technik, um einen anderen Stern zu bereisen.»
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Ungefähr 41 Lichtjahre entfernt von der Erde schwebt der erdähnliche Planet LHS 475 im Weltall. Ein Lichtjahr entspricht der Strecke, die das Licht in einem Jahr zurücklegt – umgerechnet 9,46 Billionen Kilometer, sprich über 236’500’000 Mal um die Erde. Eine Reise zum neuen Exoplaneten mit heutigen Raketen würde also 717'500 Jahre dauern.

Dasselbe gilt für die zweite Entdeckung, jene von Teleskop Tess – Planet TOI 700. Er kreist ganze 100 Lichtjahre entfernt von der Erde um einen Stern. Zu TOI 700 würde die Reise rund 1'800'000 Jahre dauern.

Reise unmöglich für den Mensch

Um jetzt auf TOI 700 zu sein, hätte man Hunderte Jahre vor Christus losreisen müssen – stellt man sich nur mal vor, was dazwischen alles passiert ist. Dass die Menschen diese Planeten persönlich auskundschaften können, sei weit weg von der Realität, sagt Marcel Prohaska des Astronomischen Instituts der Universität Bern.

«Mit der heutigen Technologie diese Jahre kürzen zu können, geht schlicht und einfach nicht. Dazu müssten wir die Lichtgeschwindigkeit erreichen, was für eine Materie nicht möglich ist», so der Astronom.

Zum Mond und weiter?

Fakt sei, dass der Mensch bis heute nur bis zum Mond gekommen sei. «Wir haben hinten und vorne keine Technik, um einen anderen Stern zu bereisen. Wir wären froh, wenn wir schon nur mal zum Mars könnten», so der Astronom.

Der menschliche Körper würde zudem eine längere Reise über Jahre im All nicht aushalten. «Das Universum würde uns töten mit seinen kosmischen Strahlungen.»

Die Suche nach Wasser

Nasa-Experten gehen davon aus, dass es Hunderte Milliarden Exoplaneten in unserer Galaxie, der Milchstrasse, gibt. Das Teleskop James Webb bestätigte Nasa-Astronomen am Freitag die Existenz des Exoplaneten LHS 475, wie die US-Raumfahrtbehörde mitteilt. Der Planet habe fast exakt denselben Durchmesser wie unsere Erde. Ob der Exoplanet eine Atmosphäre ähnlich der Erdatmosphäre habe, sei noch unklar.

TOI 700 sei felsig und kreise hingegen innert 28 Tage um einen Stern – seine Sonne. Sprich innert nicht mal einem Monate wäre für uns ein Jahr rum. Mit den ersten bekannten Eigenschaften sei menschliches Leben auf dem Planeten eher nicht vorstellbar für Prohaska. «Er kreist nicht um die eigene Achse. So ist eine Seite immer voll der Sonne ausgesetzt und die andere Seite hat immer Nacht.» Die Nähe zum Stern mache das Leben für den Menschen zu heiss – und die Wahrscheinlichkeit von Wasser lässt sie schmelzen.

«Wasser scheint nach der menschlichen Messung extrem wichtig zu sein für Leben. Jedoch kennen wir das Leben nur auf der Erde und haben somit nur diese eine Messung», so der Astronom. «Das bedeutet, dass wir in letzter Instanz nicht sicher sein können, ob die Natur noch eine Überraschung bereit hält.»

(sda/joe)

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 13. Januar 2023 19:40
aktualisiert: 13. Januar 2023 19:45