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Attacke in Norwegen

37-jähriger Tatverdächtiger in medizinischer Einrichtung untergebracht

15. Oktober 2021, 16:08 Uhr
Der Mann, der im norwegischen Kongsberg fünf Menschen getötet haben soll, muss für vier Wochen in Untersuchungshaft. Das hat das Gericht in Buskerud am Freitag entschieden. Die ersten zwei Wochen muss er isoliert verbringen.
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Quelle: CH Media Video Unit / AP Video / Melissa Schumacher

Der 37-jährige Däne, der beschuldigt wird, am Mittwochabend in der norwegischen Kleinstadt Kongsberg fünf Menschen getötet zu haben, sei im Gesundheitswesen ein- und ausgegangen. PST-Chef Hans Sverre Sjøvold betonte, dass die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen seien. Es sei aber richtig, dass der Mann dem PST bekannt gewesen sei.

Polizei geht von psychischer Erkrankung aus

Ausserdem verhängte das Gericht ein Besuchs-, Medien- und Briefverbot. Aufgrund seines Gesundheitszustandes sei er aber nicht im Gefängnis, sondern in einer geschlossen medizinischen Einrichtung untergebracht, sagte ein Polizeisprecher am Freitagnachmittag.

Man halte es für wahrscheinlich, dass der Mann psychisch krank ist. «Unsere Hypothese ist, dass der Hintergrund eine Erkrankung ist», sagte Polizeiinspektor Thomas Omholt. Mindestens zwei Rechtspsychiater sollen nun beurteilen, ob der Mann zurechnungsfähig ist. Bislang werde ihm keine Terrortat, sondern fünffacher Mord vorgeworfen. Das werde allerdings fortlaufend neu bewertet.

Tatverdächtiger hat Geständnis abgelegt

Der 37-jährige Däne hat eingeräumt, am Mittwochabend in Kongsberg mehrere Menschen mit Pfeil und Bogen und anderen Waffen angegriffen zu haben. Der Sicherheitsdienst der norwegischen Polizei stufte die Tat zunächst als Terrorhandlung ein, schwächte den Verdacht später aber ab. Nach den Verhören mit der Polizei kamen offenbar Zweifel an seiner Zurechnungsfähigkeit auf.

Menschen aus dem Umfeld des Mannes sagten dem norwegischen Rundfunk NRK, der Däne leide seit langem unter psychischen Problemen und sei schon als Jugendlicher ein Aussenseiter gewesen. Der Anwalt des Mannes teilte mit, dass sein Mandant von Rechtspsychiatern untersucht werden solle.

Der neue norwegische Ministerpräsident Jonas Gahr Støre und Justizministerin Emilie Enger Mehl wurden am Freitagnachmittag in Kongsberg erwartet. Die Anwohner sind schwer betroffen von den Vorfällen. Hunderte Kerzen und Blumen wurden in der Innenstadt abgelegt. Bürgermeisterin Kari Anne Sand sprach von einer tragischen Tat, die die Gemeinschaft viele Jahre mit sich tragen werde.

Weitere Details der Tat kommen ans Licht

Die Polizei gab inzwischen weitere Details zum Tathergang bekannt. Demnach trafen zwei Beamte zum ersten Mal in einem Supermarkt auf den Täter. Sie wurden mit Pfeilen beschossen und kamen nicht in eine Position, von der aus sie auf ihn schiessen konnten, wie ein Polizeisprecher sagte. Während die Beamten Schutzkleidung holten, gelang dem Täter die Flucht.

Danach lief der Täter weiter durch die Innenstadt und drang auch in Wohnungen ein, wo er Menschen tötete. Die Polizei vermutet, dass alle fünf Opfer getötet wurden, nachdem der Mann zum ersten Mal mit der Polizei zusammengetroffen war. Staatsanwältin Ann Irén Svane Mathiassen sagte dem Fernsehsender TV2, dass es keine Hinweise darauf gebe, dass der Mann die Tat geplant habe. «Es deutet auch nichts darauf hin, dass es eine Situation im Laden gab, die dies ausgelöst hat.»

Die Polizei versucht nun, ein klareres Bild vom Leben des Verdächtigen zu bekommen. Menschen aus dem Umfeld des Mannes sagten dem norwegischen Rundfunk NRK, der Däne leide seit langem unter psychischen Problemen und sei schon als Jugendlicher ein Aussenseiter gewesen. Ausserdem gab es Hinweise, dass er zum Islam konvertiert war und radikale Ansichten hatte.

(sda / red.)

Quelle: sda
veröffentlicht: 13. Oktober 2021 23:45
aktualisiert: 15. Oktober 2021 16:08