Wegen Überschwemmungen

Australien ruft nationalen Notstand aus

9. März 2022, 07:34 Uhr
Die australische Regierung hat im Zuge der verheerenden Überschwemmungen an der Ostküste den nationalen Notstand ausgerufen. Dadurch kann Betroffenen in den Hochwassergebieten schneller und unbürokratischer geholfen werden.
Im Osten des Landes haben die Wassermassen grosse Zerstörung angerichtet.
© Keystone

Premierminister Scott Morrison kündigte die Massnahme am Mittwoch bei einem Besuch in der Stadt Lismore im Norden von New South Wales an, wo die Zerstörung besonders gross ist. Er versprach zudem zusätzliche finanzielle Hilfen für die überschwemmten Regionen und besonders betroffene Familien.

Verheerendes Ausmass

Überschwemmungen solchen Ausmasses kämen höchstens einmal in 500 Jahren vor, betonte Morrison vor Journalisten. «Ein derartiges Hochwasserereignis in diesem Teil Australiens gab es seit Menschengedenken noch nicht, und das ist eine tiefgründige Aussage.» Es müssten dringend Massnahmen ergriffen werden, um Hochwassern in der Region besser vorzubeugen. Die Menschen bräuchten jetzt vor allem «Hoffnung für die Zukunft».

Seit Ende Februar hat ein sich nur langsam bewegendes Tiefdruckgebiet zu historischen Überschwemmungen in den Bundesstaaten Queensland und New South Wales geführt. Betroffen ist auch die Millionenmetropole Sydney, wo es zweieinhalb Wochen lang fast ununterbrochen geregnet hat. Meteorologen sprachen vom nassesten Jahresbeginn in der grössten Stadt Australiens seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1858. Wegen der steigenden Flusspegel hatten die Behörden am Dienstag Evakuierungsbefehle und -warnungen für etwa ein Dutzend Vororte ausgegeben. Rund 60'000 Menschen waren betroffen.

Meer durch Überschwemmungen braun statt blau

Als Folge des Hochwassers war auch das sonst blau-schimmernde Wasser im weltberühmten Hafen von Sydney braun gefärbt. Das Meer vor vielen Stränden der Metropole «von Palm Beach bis hinunter nach Cronulla» sei verschmutzt und voller Treibgut, teilte das Umweltministerium der Region mit. Vielerorts wurde deshalb davon abgeraten, im Ozean zu schwimmen.

Australien leidet besonders unter dem Klimawandel. Von August 2019 bis März 2020 hatten katastrophale Buschbrände Millionen Hektar Land verwüstet. Und erst vor wenigen Wochen schwitzte Westaustralien noch unter einer erbarmungslosen Hitzeglocke. Dabei wurden Werte von teilweise mehr als 50 Grad verzeichnet.

Quelle: sda
veröffentlicht: 9. März 2022 07:34
aktualisiert: 9. März 2022 07:34
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